USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Pistorius fordert mehr europäische Eigenverantwortung
Carina KrauseUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Pistorius fordert mehr europäische Eigenverantwortung
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, bis Mitte 2024 rund 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete den Schritt als erwartet und vorhersehbar. Gleichzeitig betonte er, dass die europäischen Staaten künftig mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen müssten.
Der am 1. Mai 2023 bestätigte Abzug wird die US-Militärpräsenz in Deutschland in den kommenden sechs bis zwölf Monaten verringern. Derzeit sind etwa 38.000 amerikanische Soldatinnen und Soldaten im Land stationiert, darunter auch zentrale Kommandostellen für US-Operationen in Europa und Afrika.
Pistorius räumte ein, dass die Entscheidung der USA sowohl mit den strategischen Interessen Washingtons als auch Berlins übereinstimme. Dennoch unterstrich er erneut die Notwendigkeit, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeiten stärken müsse. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Deutschland plant, die Bundeswehr von 185.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten aufzustocken.
Kritiker halten selbst diese Aufstockung für unzureichend. Unterdessen arbeiten NATO-Vertreter mit den USA daran, die Details des Truppenabzugs final zu regeln.
Der Abzug markiert eine Wende in der transatlantischen militärischen Zusammenarbeit. Die geplante Erweiterung der Bundeswehr soll einen Teil der Lücken schließen, die durch den Abzug der US-Streitkräfte entstehen. Der Prozess wird sich schrittweise über das kommende Jahr hinziehen.






