Hessische Biobauern retten Fuldaer Schlachthof durch Genossenschaftsgründung
Carina KrauseHessische Biobauern retten Fuldaer Schlachthof durch Genossenschaftsgründung
Eine Gruppe hessischer Biobauern hat sich zusammengeschlossen, um das Schlachthof in Fulda zu retten. Die Anlage stand vor der Schließung, nachdem die Schweizer Migros-Gruppe Tegut übernommen und ihre Fleischversorgung umgestellt hatte. Nun soll eine neu gegründete Genossenschaft die Zukunft des Standorts unter regionaler Kontrolle sichern.
Federführend bei der Initiative ist Rudolf Bühler, ein Schweinezüchter aus Hohenlohe mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung. Vor 30 Jahren hatte er die Genossenschaft BESH mitgegründet, zu der auch ein eigenes Schlachthaus gehörte. Diesmal erwarb er das Fuldaer Gelände für 800.000 Euro von der WEG-Stiftung, die ursprünglich vom Unternehmer Wolfgang Gutberlet ins Leben gerufen worden war.
Die neue Gesellschaft, die Erzeugerschlachthof Kurhessen AG, startet mit einem Stammkapital von 250.000 Euro. Die ausgegebenen Aktien – zu je 500 Euro – stehen Landwirten, Privatpersonen und Unternehmen offen, vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats. Bühler übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats, während Sven Euen als Vorstandsvorsitzender (CEO) fungiert.
Noch sind erhebliche Investitionen nötig, insbesondere in die Modernisierung der Brühanlage. Die geschätzten Kosten für die Aufrüstung liegen zwischen 600.000 und 800.000 Euro. Bühler hofft, dass Fördermittel des Landes Hessen und der EU 30 bis 40 Prozent der Ausgaben decken könnten.
Die Übernahme markiert einen Wendepunkt für den Fuldaer Schlachthof, der damit in die Hände regionaler Erzeuger übergeht. Mit der Finanzierung durch Aktienverkäufe und mögliche öffentliche Zuschüsse soll der Betrieb weiterhin hessischen Landwirten dienen. Die nächsten Schritte umfassen die Modernisierung der Ausstattung und die langfristige wirtschaftliche Absicherung.






