23 April 2026, 22:27

Finanzelite diskutiert in Frankfurt über Handelskonflikte und digitale Zahlungsrevolution

Plakat mit einem kreisförmigen Diagramm, das das US-Handelsdefizit nach Ländern in Milliarden US-Dollar zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Finanzelite diskutiert in Frankfurt über Handelskonflikte und digitale Zahlungsrevolution

Die BAFT Global Annual Meeting-Europe 2020 eröffnet in Frankfurt das neue Jahrzehnt

Zu Beginn eines neuen Jahrzehnts traf sich die globale Finanzelite in Frankfurt zur BAFT Global Annual Meeting-Europe 2020. Branchenführer diskutierten die Herausforderungen im Welthandel, bei Zahlungsverkehr und Regulierung. Die Veranstaltung beleuchtete sowohl anhaltende Unsicherheiten als auch aufkommende Chancen für Finanzinstitute.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Handelsspannungen zwischen den USA und China bleiben trotz jüngster Entspannungszeichen ungelöst. Dr. Beata Javorcik, Chefökonomin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), analysierte die Ursprünge der US-Handelskonflikte. Zudem untersuchte sie Vorwürfe, China habe beim Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) unfaire Vorteile erlangt.

In der Eröffnungsrede wurde vor einem "explosiven Gemisch aus politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Umbrüchen" gewarnt, das Unternehmen vor Herausforderungen stellt. Die Teilnehmer erfuhren, dass das Wachstum im Welthandel in den 2020er-Jahren voraussichtlich nachlassen wird – mit sinkender Nachfrage nach Handelsfinanzierungen, aber besseren Aussichten für Handelsversicherungen.

Tod Burwell, Präsident und CEO von BAFT, skizzierte die Schwerpunkte für das kommende Jahr: eine stärkere Fokussierung auf Innovationen im Zahlungsverkehr, die Umsetzung des Basel-III-Endrahmens sowie den Ausstieg aus dem Libor. Der Referenzzinssatz soll nach 2021 schrittweise abgeschafft werden – für über zwei Drittel der Teilnehmer ein hochrelevantes Thema in ihrer Arbeit.

Eine Umfrage unter den Teilnehmern ergab, dass 69 Prozent davon ausgehen, dass Banken und SWIFT auch 2030 noch grenzüberschreitende Zahlungen abwickeln werden. 65 Prozent erwarten zudem, dass Kartenzahlungen und Echtzeitüberweisungen in den nächsten 12 bis 24 Monaten – zumindest in einigen Märkten – zusammenwachsen.

Positiv entwickelte sich unterdessen die Wirtschaftslage im Euroraum: Das BIP-Wachstum soll 2021 auf 1,4 Prozent oder mehr anziehen, was auf eine allmähliche Stabilisierung hindeutet.

Die Frankfurter Konferenz unterstrich sowohl Risiken als auch strukturelle Veränderungen in der globalen Finanzwelt. Banken und Zahlungsdienstleister stehen vor regulatorischen Fristen, technologischen Umwälzungen und anhaltenden Handelskonflikten. Gleichzeitig bietet die schrittweise Erholung des Euroraums eine stabilere Ausgangslage für das kommende Jahr.

Quelle