29 June 2026, 18:46

Weltpremiere am Rhein: Schwarm schwimmender Turbinen erzeugt Ökostrom rund um die Uhr

Energyminer's River Turbines Exist. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Weltpremiere am Rhein: Schwarm schwimmender Turbinen erzeugt Ökostrom rund um die Uhr

Energyminer installiert den ersten großangelegten Schwarm schwimmender hydrokinetischer Turbinen der Welt am Rhein. Das Projekt in St. Goar wird 124 Energyfish-Einheiten umfassen, die jeweils so konzipiert sind, dass sie die Strömung des Flusses zur kontinuierlichen Stromerzeugung nutzen. Damit wird ein neuer Ansatz für die dezentrale, kleinteilige Energiegewinnung in Europa erprobt.

Jede Energyfish-Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Ihre maximale Leistung beträgt 6 kW, im Durchschnitt liefert sie 1,8 kW. Laut Energyminer erzeugt eine einzelne Einheit jährlich etwa 15 MWh, während ein Schwarm von 100 Turbinen rund 1,5 GWh pro Jahr liefert – genug für den Bedarf von etwa 470 Haushalten.

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Das Unternehmen gibt an, dass das System rund um die Uhr, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit betrieben werden kann. Es soll hochwasserresistent sein, Fische nicht gefährden und nur minimalen Wartungsaufwand erfordern. Die Installation verläuft zügig: Sobald die Genehmigungen vorliegen, können zehn Einheiten in etwa drei Tagen eingesetzt werden – inklusive Vorbereitung des Flussbetts, Verankerung, Verkabelung, Netzanschluss und einem vollständigen Serviceplan.

Die gestützten Stromgestehungskosten werden auf etwa 8 Cent pro kWh geschätzt, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über eine Laufzeit von 20 Jahren. Flüsse bergen jedoch Herausforderungen wie schwankende Strömungsgeschwindigkeiten, Hochwassergefahr und strenge Umweltauflagen. Zwar erzeugt ein Schwarm von 124 Einheiten im Schnitt nur wenige hundert Kilowatt, doch das System zählt zur Kategorie der dezentralen Energieerzeugung und nicht zur großindustriellen Stromproduktion.

Die Anlage in St. Goar zeigt das Potenzial von flussbasierten hydrokinetischen Schwärmen für die lokale Energieversorgung auf. Für abgelegene Gemeinden, die auf Dieselgeneratoren angewiesen sind, könnte das System eine tragfähige Alternative bieten. In netzgebundenen Regionen muss es sich jedoch gegen andere bereits etablierte saubere Energielösungen behaupten.

Quelle