Vom Mercedes-Manager zum Gründer: Wie ein Start-up Duschwasser in Energie verwandelt
Carina KrauseVom Mercedes-Manager zum Gründer: Wie ein Start-up Duschwasser in Energie verwandelt
Nach 25 Jahren bei Mercedes-Benz verließ Steffen Nittbaur das Unternehmen, um ein Start-up im Bereich Energiewende zu gründen. Seine Firma, die Unocconi GmbH, spezialisiert sich auf die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser von Duschen – eine Methode, die in Deutschland bisher kaum genutzt wird. Der 60-jährige Industrieingenieur mit Schwerpunkt Umweltwissenschaften sieht darin großes Potenzial, da die Energiekosten steigen und die Emissionsvorschriften strenger werden.
Nittbaur, verheiratet und Vater eines Sohnes, absolvierte sein Masterstudium im Fernstudium. Sein 24-jähriger Sohn Valentin stieg gemeinsam mit ihm in die Gründung von Unocconi in Filderstadt ein. Valentin, der einen doppelten Abschluss in Betriebswirtschaft vorweisen kann, kam offiziell 2025 an Bord, um die Technologie voranzutreiben.
Die Systeme des Unternehmens gewinnen Wärme aus Duschabwasser zurück – eine Technik, die in anderen europäischen Ländern bereits weit verbreitet ist, in Deutschland jedoch kaum Beachtung findet. Regulatorische Hürden haben die Verbreitung bisher gebremst, obwohl die Methode zu den effizientesten Energiesparmaßnahmen für Gebäude zählt. Unocconi will die Technologie zum Standard in Neubauten und Sanierungen machen.
Angesichts steigender Energiepreise und des verschärften Emissionshandels ist Nittbaur überzeugt, dass die Wärmerückgewinnung eine immer größere Rolle bei der Kostensenkung und der Verringerung der Umweltbelastung spielen wird. Die Technologie ist bereits in verschiedenen Gebäuden in Deutschland im Einsatz, wobei die genauen Standorte nicht genannt werden.
Unocconis Ansatz zielt auf ein oft vernachlässigtes Gebiet der Energieeinsparung ab. Durch die Förderung der Wärmerückgewinnung aus Duschwasser will das Unternehmen die Methode als etablierte Lösung im Baugewerbe verankern. Ihre Effizienz und das Einsparpotenzial könnten dazu beitragen, dass sie in Deutschlands Gebäudesektor breiter eingesetzt wird.






