Apothekenreform: Bundesregierung will lokale Apotheken stärken – doch Streitpunkte bleiben
Helga MüllerApothekenreform: Bundesregierung will lokale Apotheken stärken – doch Streitpunkte bleiben
Die deutsche Bundesregierung hat einen umfassenden Apothekenreform-Entwurf vorgelegt, der lokale Apotheken stärken und die Patientenversorgung verbessern soll. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) stellte das Vorhaben vor, das höhere Zuschüsse für ländliche Apotheken sowie weniger Bürokratie vorsieht. Doch zentrale Punkte – etwa die Festlegung der Apothekenpauschale und die Vertretung von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) – sind weiterhin umstritten.
Ziel der Reform ist es, Apothekenteams durch erweiterte Aufgabenbereiche zu stärken und die Finanzierung von Nacht- und Notdiensten in unterversorgten Regionen auszubauen. Zudem soll die Digitalisierung vorangetrieben werden, unter anderem durch den vollen Zugriff von Apothekern auf die elektronische Patientenakte (ePA). Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, Drogeriemärkten den Verkauf weiterer Medikamente zu untersagen und gleichzeitig Versandapotheken sowie ausländische Online-Anbieter vom Markt fernzuhalten.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU, Simone Borchardt, betonte die Notwendigkeit, die Höhe der festen Apothekengebühr klar zu regeln, die per Verordnung festgelegt werden soll. Sie machte deutlich, dass Apotheker keine finanziellen Risiken durch die Null-Retaxationsregelung tragen dürften, und bezeichnete die aktuelle Situation als inakzeptabel. Borchardt wies auch darauf hin, dass es noch keine offiziellen Änderungen gebe, da die Gespräche mit den Koalitionspartnern noch liefen.
In der kommenden Woche sollen die Verhandlungen an Fahrt aufnehmen. Unterdessen fordern die CSU-Politiker Carolina Trautner und Bernhard Seidenath eine schnelle Umsetzung des Koalitionsversprechens, die Apothekenvergütung auf 9,50 Euro anzuheben. Dieser Appell erfolgte vor dem Hintergrund jüngster Proteste und erhöht den Druck, die Reformen zügig abzuschließen.
Ungeklärt bleibt bisher die Vertretung der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA). Auch andere zentrale Vorhaben des Gesetzentwurfs – wie Rabattregelungen und die Digitalisierung – bedürfen noch weiterer Beratungen, bevor sie umgesetzt werden können.
Der Reformvorschlag geht nun in die nächste Phase der parlamentarischen Prüfung, wobei in den kommenden Tagen mit intensiven Gesprächen zu rechnen ist. Bei einer Verabschiedung würden die Änderungen die Apothekenstruktur, die Finanzierung und den digitalen Zugang grundlegend verändern. Die endgültige Fassung hängt dabei von den Einigungen zwischen den Koalitionspartnern in den nächsten Wochen ab.






