17 April 2026, 10:25

Spelzenzikade bedroht deutsche Ernten: Bauern greifen zu verbotenen Pestiziden

Altes Buch mit einer Zeichnung eines Grashüpfers auf dem Cover, das handgeschriebene Text auf dem Papier enthält.

Spelzenzikade bedroht deutsche Ernten: Bauern greifen zu verbotenen Pestiziden

Landwirte in ganz Deutschland sehen sich wachsender Bedrohung durch Zikadenart ausgesetzt

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In ganz Deutschland kämpfen Landwirte mit einer zunehmenden Gefahr durch die Gemeine Spelzenzikade (Hyalesthes obsoleta), einen Schädling, der Pflanzenkrankheiten in wichtigen Kulturen verbreitet. Die Insekten zwingen Bauern mittlerweile zum wiederholten Einsatz verbotener Pestizide – und entfachen damit eine Debatte über Agrarpraktiken und notwendige Reformen der Landwirtschaftspolitik.

Die Spelzenzikade gedeiht besonders in modernen Anbausystemen mit großen Monokulturen und engen Fruchtfolgen. Die adulten Tiere wandern in Rüben-, Kartoffel- und Gemüsefelder ein und übertragen dabei Krankheitserreger, die die Erntequalität mindern. Da sich die Krankheiten nicht direkt behandeln lassen, sind Landwirte auf vorbeugende Maßnahmen angewiesen.

Neonikotinoide, eine Gruppe verbotener Pestizide, haben sich inzwischen als Notlösung gegen den Schädling etabliert. Zwar wirken sie effektiv, doch sie verunreinigen auch Pollen und Nektar – mit schädlichen Folgen für Bestäuber wie Bienen. Der Deutsche Bauernverband diskutiert nun "Wirkstoffverluste" bei der Zulassung von Pestiziden und weist auf Lücken in den aktuellen Regelungen hin.

Agroökologische Alternativen wie längere Fruchtfolgen oder Mischkulturen existieren zwar, stehen jedoch im Widerspruch zu den Anforderungen der industriellen Landwirtschaft nach Standardisierung und globalen Lieferketten. Unterdessen macht sich Wenke Dargel, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Linken, im Wahlkampf für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik stark – ein zentrales Thema in der Region. Die Krise zeigt die Spannungen zwischen gewinnorientiertem Ackerbau und ökologischen Grenzen auf.

Die Ausbreitung der Spelzenzikade hat die Schwächen der industriellen Landwirtschaft offenbart: Bauern greifen trotz Umweltrisiken zu verbotenen Chemikalien. Zwar werden Politikreformen und alternative Anbaumethoden diskutiert, doch kurzfristige Lösungen sind rar. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, wie sich Pflanzenschutz, wirtschaftliche Stabilität und ökologische Verträglichkeit in Einklang bringen lassen.

Quelle