Solarprojekt an Max-Eyth-Schule in Dreieich überraschend gestoppt – Schülerproteste und Klimaziele in Gefahr
Klaas LübsSolarprojekt an Max-Eyth-Schule in Dreieich überraschend gestoppt – Schülerproteste und Klimaziele in Gefahr
Geplantes Solarprojekt an der Max-Eyth-Schule in Dreieich gestoppt – Neue Eigentümerin lehnt Umsetzung ab
Ein seit langem geplantes Solarprojekt an der Max-Eyth-Schule in Dreieich ist nach der Ablehnung durch den neuen Schulträger vorerst vom Tisch. Die Montano Real Estate GmbH, die die Schule 2024 übernommen hatte, lehnte die Installation Ende 2025 ab – trotz jahrelangen Engagements der Schüler:innen und politischer Unterstützung. Die Entscheidung löst Forderungen nach einer Neubewertung auf Basis aktueller finanzieller und ökologischer Daten aus.
Seit 2021 hatten sich Schüler:innen der Max-Eyth-Schule für Solaranlagen auf dem Dach eingesetzt. Das Vorhaben gewann an Fahrt, als die Stadt Dreieich ihre anfängliche Skepsis bis 2023 in volle Rückendeckung umwandelte: Genehmigungen wurden erteilt, Fördergelder bewilligt. Auch die hessische Landesregierung unterstützte das Projekt im Rahmen ihres Klimaschutzgesetzes von 2022; bis 2025 sicherte Dreieich eine Landesförderung in Höhe von 500.000 Euro zu.
Die geplante Anlage hätte rund 700 Module umfasst und etwa ein Drittel des Strombedarfs der Schule gedeckt – oder den Jahresverbrauch von 100 Haushalten. Zudem wären jährlich 160 Tonnen CO₂ eingespart worden. Die Montano Real Estate GmbH begründete ihre Absage jedoch mit rechtlichen Hürden, Vorgaben für Dachbegrünungen und mangelnder Wirtschaftlichkeit.
Besonders umstritten ist die Kostenschätzung des Unternehmens: Montano kalkulierte mit 18 Cent pro selbst erzeugter Kilowattstunde Solarstrom – eine Angabe, die das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme als unrealistisch hoch einstuft. Aktuell zahlt das Unternehmen für Bezugsstrom lediglich 10 Cent pro Kilowattstunde. Zwar ließ Montano eine spätere Prüfung offen, einen konkreten Zeitrahmen nannte das Unternehmen jedoch nicht.
Schüler:innen und Energieexpert:innen fordern nun eine Überarbeitung der Entscheidung auf Basis realistischerer Wirtschaftlichkeitsberechnungen.
Mit der Absage entfällt eine Solaranlage, die sowohl kommunale als auch landesweite Zustimmung erhalten hatte. Ohne das Projekt verpasst die Schule Chancen auf geringere Emissionen und langfristige Stromkosteneinsparungen. Ob es doch noch realisiert wird, hängt davon ab, ob Montano seine finanziellen und rechtlichen Bedenken in den kommenden Jahren neu bewertet.






