24 March 2026, 06:31

GDL und Bahn liefern sich Machtkampf um FairTrain und Tarifverträge

Ein historisches Poster mit einer Karte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit nummerierten Regionen und Textbeschriftungen von Städten, Dörfern und geografischen Merkmalen.

GDL und Bahn liefern sich Machtkampf um FairTrain und Tarifverträge

Der Rechtsstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und den Arbeitgebern der Deutschen Bahn eskaliert. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Gründung von FairTrain, einer Personalgenossenschaft der GDL, die Triebfahrzeugführer vom Bahnkonzern abwirbt. Angesichts drohender Streiks und eines laufenden Gerichtsverfahrens müssen Fahrgäste ab nächster Woche mit möglichen Einschränkungen rechnen.

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Der Streit entzündete sich, als die GDL 2023 die FairTrain-Genossenschaft ins Leben rief. Die Genossenschaft stellt Lokomotivführer ein, die zuvor bei der Deutschen Bahn beschäftigt waren, und vermietet sie unter verbesserten Lohn- und Arbeitsbedingungen zurück an den Konzern. Zwar sind bisher keine spürbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt nachweisbar, doch die Initiative hat eine juristische Auseinandersetzung ausgelöst.

Der Arbeitgeberverband der Deutschen Bahnunternehmen (AGV MOVE) hat den Fall vor das Hessische Landesarbeitsgericht gebracht. Die Kläger argumentieren, die GDL verliere durch ihr Vorgehen ihren Status als verfassungsmäßig geschützte Koalition – und damit ihr Tarifverhandlungsrecht. Das Verfahren wird nach den Regeln der gerichtlichen Überprüfung im Gerichtsbezirk geführt, in dem die Gewerkschaft ihren Sitz hat.

Parallel dazu fordert die GDL für ihre Mitglieder höhere Löhne und kürzere Schichten. Mit FairTrain hat sie bereits ein separates Abkommen ausgehandelt, das deutlich bessere Konditionen bietet als der aktuelle Tarifvertrag mit der Deutschen Bahn. Nun warnt die Gewerkschaft vor längerfristigen Arbeitsniederlegungen, wobei die Region Bergisches Land voraussichtlich als Erste betroffen sein wird.

Die Entscheidung des Gerichts wird darüber entscheiden, ob die GDL ihre Verhandlungsmacht behält. Bis dahin sollten Bahnreisende auf mögliche Zugausfälle und Verspätungen gefasst sein. Das Urteil könnte zudem die künftigen Arbeitsbeziehungen zwischen der Gewerkschaft und dem Bahnkonzern prägen.

Quelle