Selbstbewusstsein statt Aktien: Warum Persönlichkeit über Geldanlage entscheidet
Helga MüllerSelbstbewusstsein statt Aktien: Warum Persönlichkeit über Geldanlage entscheidet
Finanzieller Erfolg hängt weniger von der richtigen Geldanlage ab – sondern vom Selbstbewusstsein. Das ist die Überzeugung von Andreas Hackethal, Forscher an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine These stellt die gängige Annahme infrage, dass die Wahl bestimmter Aktien oder Fonds der Schlüssel zum Vermögensaufbau sei.
Hackethal argumentiert, dass Anleger oft die falschen Fragen stellen. Statt sich zu fragen "Welcher ETF ist der richtige?" oder "Welche Aktie hat Potenzial?", sei es entscheidender, die eigenen Eigenschaften zu verstehen – etwa die Risikobereitschaft oder die Fähigkeit zur Disziplin. Diese persönlichen Faktoren prägten langfristig die Ergebnisse weit stärker als die Auswahl von Finanzprodukten.
Sein Ansatz verlagert den Fokus von Marktentscheidungen hin zum individuellen Verhalten. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass finanzielle Entscheidungen nicht mit der Produktauswahl, sondern mit der Selbstreflexion beginnen sollten.
Das Thema stößt auch bei Finanzexperten auf Interesse. Die freiberufliche Journalistin Ulrike Barth, die sich mit Fintechs, Kryptowährungen und Verbraucherschutz beschäftigt, liefert seit Anfang 2023 dazu passende Einblicke.
Hackethals Herangehensweise definiert die Prioritäten für Anleger neu. Indem er die Persönlichkeit über Produkte stellt, zeigt er einen alternativen Weg zu finanzieller Stabilität auf. Seine Ideen könnten mehr Menschen dazu anregen, zunächst die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, bevor sie sich in komplexe Anlageentscheidungen stürzen.






