"Salome" von Evgeny Titov: Allgegenwärtiges Verlangen
"Salome" von Evgeny Titov: Allgegenwärtiges Verlangen
"Salome" von Evgeny Titov: Allgegenwärtiges Begehren
Was tun mit einem Skandalwerk von vor 100 Jahren, wenn der Skandal verflogen ist? An der Komischen Oper Berlin präsentiert Evgeny Titov eine neue Interpretation von Richard Strauss’ Salome – gesangsfreundlich inszeniert und mit frischem Blick.
Die Komische Oper Berlin bringt im November 2025 eine kühne Neuinszenierung von Salome auf die Bühne. Unter der Regie von Evgeny Titov wird Richard Strauss’ umstrittenes Werk mit eindringlichen Bildern und einer modernen Deutung seiner dekadenten Figuren neu erfunden. Im Mittelpunkt steht dabei Herodias – eine beherrschende Gestalt, inspiriert von der heutigen Prominentenkultur –, während Salome selbst in einer gespenstischen, maskierten Tanzszene ihrer Individualität beraubt wird.
Als Richard Strauss’ Salome um 1900 uraufgeführt wurde, löste das Werk einen Eklat aus. Zunächst wegen seiner schockierenden Themen verboten, avancierte es schnell zum Publikumsmagneten. Die Oper erzählt von Salome, der Stieftochter des Herodes, die besessen ist vom gefangenen Propheten Jochanaan. Als dieser ihre Avancen zurückweist, willigt sie ein, für Herodes zu tanzen – als Gegenleistung für jeden Wunsch, den sie äußert.
Titovs Inszenierung spielt in einem kargen, matt-goldenen Gewölbe, das eine kalte, prunkvolle Atmosphäre schafft. Salome tritt in einer weißen Kapuze auf, ihre Identität bleibt selbst vor dem berüchtigten Tanz verborgen. Während dieser Szene umgibt sie ein Chor gleichförmiger, maskierter Tänzerinnen – sie wird zur figurativen Gestalt ohne eigenen Willen, getrieben von Mächten, die sie nicht kontrollieren kann. Erst als sie Jochanaans abgetrennten Kopf küsst, durchlebt sie einen flüchtigen Rausch, bevor Herodes ihre Hinrichtung befiehlt. Herodias, dargestellt als herrische, von Schönheitswahn besessene Figur, betritt die Bühne mit vollendetem Make-up und einem Gefolge leicht bekleideter Hofdamen. Titov zieht Parallelen zu Reality-TV-Stars, die von Perfektion und Inszenierung besessen sind.
Die Sopranistin Nicole Chevalier verkörpert Salome mit einer kraftvollen Darstellung, trotz der körperlichen Einschränkungen ihres Kostüms, während Matthias Wohlbrechts Herodes als bedrohliche Präsenz wirkt – sein schroffer Gesang unterstreicht dessen Furcht und Grausamkeit. Begehren durchdringt jede Begegnung in dieser Produktion. Selbst Jochanaan, der die Frauen verdammt und die Ankunft des Messias predigt, kämpft gegen seine eigene Sehnsucht nach Salome an. Die Spannung zwischen Unterdrückung und Besessenheit treibt das Drama bis zu seinem gewaltsamen Höhepunkt.
Die Salome der Komischen Oper bietet eine optisch packende und thematisch mutige Neuinterpretation von Strauss’ Werk. Titovs Regie deutet die Figuren aus moderner Perspektive um – insbesondere Herodias, deren theatralische Dominanz die Machtverhältnisse auf der Bühne neu ordnet. Die Premiere im November 2025 wird ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte dieser provokanten und stets neu erfundenen Oper schreiben.
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