Rheinland-Pfalz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Karneval
Rheinland-Pfalz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Karneval
In den vergangenen Monaten sind mehrere prägende Persönlichkeiten aus Rheinland-Pfalz verstorben, die in Politik, Kultur und öffentlichem Dienst bleibende Spuren hinterlassen haben. Ihr Wirken formte über Jahrzehnte hinweg die Medienlandschaft der Region, die Karnevalstraditionen, das Gesundheitswesen und die Bemühungen um Barrierefreiheit.
In der Politik verlor Rheinland-Pfalz mit Bernhard Vogel eine Schlüsselfigur der deutschen Regierungsgeschichte. Der ehemalige Ministerpräsident des Landes starb im Alter von 92 Jahren. Zwölf Jahre lang führte er die Geschicke des Bundeslandes und hält mit insgesamt 23 Amtsjahren den Rekord für die längste kumulierte Amtszeit eines Regierungschefs in Deutschland. Ein weiterer Verlust traf die Politik mit dem Tod von Herbert Mertin, dem FDP-Justizminister von Rheinland-Pfalz, der mit 66 Jahren verstarb. Er bekleidete das Amt von 2016 bis 2022 sowie bereits von 1999 bis 2006.
Die Medienwelt trauert um Ekkehardt Gahntz, einen angesehene Journalisten des ZDF, der im Alter von 79 Jahren verstarb. Über 25 Jahre prägte er die Nachrichtensendungen des Senders und galt als Vorbild professioneller Integrität. Gleichzeitig verlor der 1. FSV Mainz 05 mit Sigurd Spielmann einen lebenslangen Förderer des Vereins, der im Alter von 90 Jahren starb. Als Ehrenmitglied engagierte er sich über 70 Jahre aktiv für den Club.
Die Mainzer Karnevalsszene musste Abschied nehmen von zwei Ikonen: Dieter Wenger, der langjährige Chef-Wagenbauer des Mainzer Karnevalsvereins, starb mit 84 Jahren nach sechs Jahrzehnten, in denen er aufwendige Rosenmontagsumzugswagen gestaltete. Auch Elisabeth Klöver, die Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb im Alter von 85 Jahren. Sie prägte Generationen von Tänzerinnen und Tänern und war eine treibende Kraft hinter den Karnevalstraditionen der Stadt.
Im Gesundheitsbereich hinterlässt Dr. Thomas Flohr, ein engagierter Onkologe, eine Lücke. Er starb mit nur 57 Jahren. Seine Arbeit schenkte vielen Krebspatienten Hoffnung, und Kollegen erinnerten sich an seinen mitfühlenden Umgang mit den Kranken. Die Kulturszene verlor mit Ulf Glasenhardt, einem Veranstaltungskoordinator in Mainz und Wiesbaden, eine prägende Persönlichkeit. Sein unerwarteter Tod hinterlässt eine spürbare Lücke im lokalen Kunst- und Kulturprogramm.
Auch der öffentliche Dienst muss einen Verlust verkraften: Marita Boos-Waidosch, die langjährige Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, starb im Alter von 73 Jahren. Von 1993 bis 2018 setzte sie sich unermüdlich für Barrierefreiheit und Inklusion in der Stadt ein.
Das Ableben dieser Persönlichkeiten markiert das Ende ganzer Epoche in ihren jeweiligen Bereichen. Ob in der Politik, im Journalismus, im Gesundheitswesen oder in der Pflege der Karnevalstraditionen – ihr Wirken hat Rheinland-Pfalz nachhaltig geprägt. Mit Gedenkveranstaltungen und Würdigungen wird nun ihrer Verdienste für die Geschichte und das Gemeinschaftsleben der Region gedacht.
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