Parasitäre Laubholz-Mistel bedroht Hessens Bäume und Streuobstwiesen
Brunhilde JesselParasitäre Laubholz-Mistel bedroht Hessens Bäume und Streuobstwiesen
Laubholz-Mistel breitet sich rasant in Hessen aus und bedroht Bäume in Parks, auf Friedhöfen und in traditionellen Streuobstwiesen
Die parasitäre Pflanze schwächt die Bäume, erhöht das Risiko von Astbrüchen und kann sie in schweren Fällen sogar absterben lassen. Behörden und Naturschutzorganisationen verstärken nun ihre Bemühungen, um die Ausbreitung in Hessen einzudämmen und gefährdete Ökosysteme zu schützen.
Die Mistel befällt verschiedene Baumarten, darunter auch Obstbäume, und verbreitet sich vor allem über Vögel, die ihre klebrigen Samen fressen. Sobald sie sich festgesetzt hat, entzieht sie dem Wirt Baum Nährstoffe und macht ihn anfälliger – besonders während heißer, trockener Sommer. Starke Mistelbefälle führen zudem dazu, dass Äste leichter unter Schneelast brechen, wodurch Wunden entstehen, die Krankheitserregern den Eintritt ermöglichen.
Klimawandel und vernachlässigte Pflege verschärfen das Problem Streuobstwiesen beherbergen bis zu 5.000 Pflanzen- und Tierarten und sind daher besonders schützenswert. In Hessen engagieren sich unter anderem der Hessische Landesverband für Vogel- und Naturschutz (HLfU), Hessen-Forst und der NABU Hessen mit Gegenmaßnahmen. Dazu gehören das Zurückschneiden befallener Äste, Monitoring-Programme sowie die Beratung von Obstbauern zur Mistelentfernung.
Der Dachverband für Landschaftspflege (DVL) Hessen und das Hessische Zentrum für Streuobst und traditionelle Sorten haben eine gemeinsame Aufklärungskampagne gestartet. Sie betonen, dass die Mistel keine geschützte Art ist und daher jederzeit entfernt werden darf – allerdings ist eine gewerbliche Nutzung genehmigungspflichtig. Der DVL wird zudem über seine Social-Media-Kanäle regelmäßig über die Fortschritte der Bekämpfungsmaßnahmen in Hessen informieren.
Experten warnen: Handlungsbedarf ist dringend Die Auswirkungen der Mistel auf Bäume und Streuobstwiesen müssen schnellstmöglich angegangen werden. Zwar laufen bereits Entfernungsaktionen, doch der Erfolg hängt von einer abgestimmten Zusammenarbeit zwischen Naturschutzverbänden, Grundbesitzern und der Öffentlichkeit ab. Ohne Gegenwehr könnte die parasitäre Pflanze weitere Schäden in Deutschlands Grünflächen und an der biologischen Vielfalt in Hessen anrichten.