M&A-Boom in Deutschland: Warum Firmen jetzt vorsichtiger werden
Deutsche Unternehmen treiben eine Welle von Fusionen und Übernahmen (M&A) voran, doch es mehren sich die Anzeichen, dass der Boom an Fahrt verliert. Zwar planen noch viele Konzerne weitere Deals, doch Experten beobachten einen Strategiewechsel und eine veränderte Marktattraktivität. Die Kaufpreise haben neue Höchststände erreicht – und sorgen in Schlüsselbranchen für Bedenken wegen Überbewertungen.
Die aktuellen Daten zeigen: Die deutsche Wirtschaft setzt ihre Übernahmeoffensive fort. Mehr als drei Viertel der Unternehmens-M&A-Teams bereiten neue Transaktionen vor. Die meisten Ziele liegen dabei in vertrauten Märkten, in denen die Unternehmen bereits aktiv sind. Dieser Ansatz erreicht auf einer Skala von 1 bis 10 nun 6,88 Punkte – ein Zeichen dafür, dass Firmen lieber bestehende Marktanteile ausbauen, statt sich in unbekannte Gefilde vorzuwagen.
Organisches Wachstum bleibt der stärkste Treiber für Deals und erreicht mit 8,59 Punkten einen Rekordwert. Zudem setzen Unternehmen bei Transaktionen vermehrt auf eigene Teams: Externe Berater werden bei nicht einmal der Hälfte der Geschäfte hinzugezogen. Gleichzeitig ist die Attraktivität von Zielen in Schwellenländern stark gesunken – auf nur noch 3,94 Punkte.
Die Bewertungen sind in die Höhe geschnellt: Berater stufen die Preisinflation bei Kaufpreisen mit 8,76 von 10 Punkten ein. Dennoch scheinen regulatorische Hürden abzubauen – die Wahrscheinlichkeit von Einwänden liegt mittlerweile bei nur noch 3,35 Punkten. Dennoch fragen sich viele Teilnehmer, ob der Höhepunkt der M&A-Aktivitäten bereits überschritten ist. Die Chancen auf eine weitere Verbesserung bewerten sie mit bescheidenen 4,74 Punkten.
Die M&A-Landschaft in Deutschland wandelt sich. Unternehmen konzentrieren sich auf bekannte Märkte und organische Expansion, während sie mit Rekordbewertungen konfrontiert sind. Bei nachlassenden regulatorischen Barrieren, aber sinkendem Interesse an Schwellenländern könnte die nächste Phase der Deal-Tätigkeit anders aussehen als der jüngste Boom.






