20 December 2025, 09:58

Hünfeld 'stark betroffen': Argumente für Fulda-Main-Pipeline kaum berücksichtigt

Ein Haus in der Mitte des Bildes, umgeben von Bäumen und Pflanzen, mit Strommasten und -leitungen auf beiden Seiten, einem bewölkten Himmel darüber und einem Fußweg und einer Straße darunter.

Hünfeld 'stark betroffen': Argumente für Fulda-Main-Pipeline kaum berücksichtigt

Hünfeld „stark betroffen“: Argumente gegen Fulda-Main-Trasse kaum berücksichtigt

Die Stadt Hünfeld fühlt sich durch die Pläne für die Fulda-Main-Stromtrasse „stark betroffen“ und bedauert, dass ihre Einwände von den Planern und der Bundesnetzagentur bisher nur teilweise berücksichtigt wurden. „Das Stadtgebiet von Hünfeld wird von der Trasse ab den Haunewiesen über Sargenzell

19. Dezember 2025, 13:30 Uhr

Die Stadt Hünfeld erhebt massive Vorbehalte gegen die geplante Fulda-Main-Stromtrasse und sieht sich als eine der am stärksten betroffenen Kommunen in der Region. Bürgermeister Benjamin Tschesnok (parteilos) kritisiert den geplanten Verlauf, der zentrale Bereiche der Gemeinde durchschneidet – darunter Wälder und Naherholungsgebiete. Trotz einiger Anpassungen seien die Bedenken der Stadt von den Planern und der Bundesnetzagentur nur unzureichend aufgegriffen worden.

Die 380-Kilovolt-Leitung soll direkt durch das Hünfelder Stadtgebiet verlaufen, quer über die Haunaue, durch Sargenzell sowie das Erholungsgebiet Praforst. Besonders problematisch: Eine Ferienhaussiedlung im Stadtwald Praforst liegt in unmittelbarer Nähe zur geplanten Trasse. Zudem müssen für das Projekt rund 20 Hektar Wald im Herzen des Praforst-Gebiets gerodet werden – ein Eingriff, den die Stadt vehement ablehnt.

Ein kleiner Erfolg gelang nach Protesten der Stadt und einer Bürgerinitiative: Die Trasse in der Nähe der Grotte in Sargenzell wurde leicht korrigiert. Zudem entfällt eine zweite Kabelübergangsstation, die ursprünglich an einem exponierten Hang westlich von Roßbach innerhalb des Hünfelder Gebiets vorgesehen war. Bürgermeister Tschesnok warnt jedoch vor einer „täuschenden Etikettierung“ als „zeitweise Waldumwandlung“ – die ökologischen Folgen seien langfristig. Er betont, dass kaum eine andere Kommune in der Region derartige Belastungen tragen müsse. Rechtliche Mittel gegen das Vorhaben bleiben aufgrund strenger regulatorischer Vorgaben jedoch begrenzt.

Trotz anhaltender Kritik Hünfelds wird die Fulda-Main-Trasse wie geplant umgesetzt. Die Stadt konnte zwar geringfügige Routenänderungen durchsetzen, muss sich aber auf erhebliche Waldrodungen und Beeinträchtigungen lokaler Erholungsflächen einstellen. Angesichts begrenzter Klagemöglichkeiten bleibt Hünfeld nun nur, sich auf die Folgen für Landschaft und Gemeinschaft vorzubereiten.