Hessische Handwerkskunst erwartet bis 2026 kein reales Wachstum - Hessens Handwerk kämpft trotz leichter Erholung um seine Zukunft
Hessens Handwerk zeigt trotz anhaltender Herausforderungen Anzeichen von Widerstandskraft
Obwohl die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Jahr 2025 leicht gestiegen ist, bleibt der Mangel an Bewerbern ein drängendes Problem. Die Betriebe kämpfen weiterhin mit steigenden Kosten und stockenden Investitionen – die Zukunft des Sektors steht auf dem Spiel.
Im vergangenen Jahr schlossen Handwerksbetriebe in Hessen 9.935 neue Ausbildungsverträge ab, 77 mehr als im Vorjahr. Zwar eine leichte Verbesserung, doch die Zahlen liegen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie. Der anhaltende Bewerbermangel gefährdet das langfristige Überleben vieler Handwerksberufe.
Die Gesamtbeschäftigung im Sektor blieb zwar stabil, doch die Investitionsbereitschaft ging erneut zurück. Ende 2025 waren in Hessen 78.532 Handwerksbetriebe gemeldet – ein moderater Anstieg um 66 gegenüber 2024. Dennoch verzeichneten fast ein Drittel der Unternehmen zum zweiten Mal in Folge rückläufige Aufträge.
Steigende Kosten verschärften die Lage: Mehr als die Hälfte der Betriebe hatte mit höheren Beschaffungspreisen zu kämpfen, die sich viele nicht an die Kunden weitergeben konnten. Energie-, Lohn- und Materialkosten drückten weiter auf die Gewinne und ließen kaum Spielraum für Wachstum.
Für die Zukunft fordert der Hessische Handwerkstag politische Maßnahmen. Geplant sind Steuersenkungen, Bürokratieabbau und eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften. Zudem wird eine stärkere Förderung der beruflichen Ausbildung sowie stabile finanzielle Rahmenbedingungen angemahnt. Ohne diese Schritte könnte das für 2026 prognostizierte Umsatzplus von einem Prozent durch die Inflation zunichtegemacht werden.
Das Handwerk in Hessen steht weiterhin unter strukturellem Druck. Zwar geben der leichte Anstieg der Ausbildungszahlen und die stabile Beschäftigung Grund zur Hoffnung, doch brauchen die Betriebe mehr Unterstützung, um die steigenden Kosten und sinkenden Aufträge auszugleichen. Öffentliche Investitionen und regulatorische Reformen werden entscheidend sein, um die Zukunft des Sektors zu sichern.