Hessen versagt bei Long-COVID-Hilfe: Tausende Kinder warten auf Behandlung
Helga MüllerVerbesserter Support für Langzeit-Covid-Patienten: Thema im Landtag - Hessen versagt bei Long-COVID-Hilfe: Tausende Kinder warten auf Behandlung
Tausende Kinder und Jugendliche in Hessen leiden unter Long-COVID, darunter auch schwere Fälle von ME/CFS. Trotz Forderungen aus allen politischen Lagern hat die Landesregierung bisher keine konkreten Hilfsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Viele Betroffene warten monatelang, teilweise sogar jahrelang, auf eine Diagnose und Behandlung – und bleiben so ohne angemessene Versorgung.
Als Long-COVID gelten anhaltende oder neu auftretende Beschwerden wie extreme Erschöpfung, Atemnot und kognitive Beeinträchtigungen, die länger als vier Wochen nach einer Corona-Infektion bestehen. Bei einigen Patienten entwickelt sich daraus ME/CFS, eine schwerwiegende Erkrankung mit chronischer Erschöpfung, Schlafstörungen und körperlichen Einschränkungen. Nach Angaben des Klinikums Kassel könnten bis zu 55.000 Kinder und Jugendliche in Hessen betroffen sein – eine offizielle Gesamtzahl für alle Altersgruppen gibt es jedoch nicht.
Abgeordnete aller Fraktionen im Hessischen Landtag fordern eine bessere Unterstützung für die Betroffenen. Sie betonen, dass medizinische, soziale und wirtschaftliche Hilfen nötig seien, ebenso wie mehr Forschung zu Ursachen und Therapien. Auch digitale Angebote fehlen, obwohl viele Patienten zu krank sind, um persönlich in Behandlungszentren zu reisen.
Die Landesregierung hat bisher jedoch keine konkreten Pläne vorgelegt, um Menschen mit Impfschäden oder Long-COVID zu helfen. Fachkräfte sind oft unzureichend auf die Diagnose und Behandlung dieser komplexen Erkrankungen vorbereitet, sodass Patienten zu spät oder gar nicht die nötige Hilfe erhalten.
Die Forderungen sind klar: schnellere Diagnosen, bessere Schulungen für medizinisches Personal und eine Ausweitung der Forschung zu Therapiemöglichkeiten. Ohne diese Schritte werden Betroffene in Hessen weiterhin unnötige Verzögerungen und Versorgungslücken erleben. Das Fehlen konkreter Maßnahmen bedeutet, dass viele weiterhin undiagnostiziert oder unbehandelt bleiben – auf absehbare Zeit.