22 December 2025, 11:10

Hanau setzt ein Zeichen gegen die Todesstrafe

Eine Vogelperspektive einer Stadt mit zahlreichen Gebäuden, Häusern, Bäumen und Fahrzeugen auf den Straßen unter einem blauen Himmel.

Hanau setzt ein Zeichen gegen die Todesstrafe

Hanau setzt ein Zeichen gegen die Todesstrafe

„Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“: Aktionstag erinnert weltweit an den Wert des Lebens

Am 30. November 2025 schließt sich Hanau fast 300 deutschen Städten an, die sich gegen die Todesstrafe aussprechen – indem das Brüder-Grimm-Denkmal in blaues Licht getaucht wird. Die Aktion ist Teil der weltweiten Kampagne Städte für das Leben, die an das erste Verbot der Todesstrafe im Jahr 1786 erinnert. Bürgermeister Claus Kaminsky betonte das Engagement der Stadt für Gerechtigkeit und den Schutz menschlichen Lebens.

Die Initiative Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe wurde 2002 von der Gemeinschaft Sant’Egidio ins Leben gerufen, einer christlichen Bewegung, die sich in rund 70 Ländern für Frieden und soziale Gerechtigkeit einsetzt. Die Organisation unterstützt zum Tode verurteilte Häftlinge durch Briefpartnerschaften und setzt sich für bessere Haftbedingungen ein. Ihre Bemühungen fallen mit jüngsten Fortschritten zusammen: Vietnam schaffte 2025 die Todesstrafe für mehrere Straftaten ab, Pakistan strich sie 2024 für Drogendelikte. Doch die Herausforderungen bleiben: In einigen Krisenregionen nehmen Hinrichtungen zu, und in manchen Ländern droht die Todesstrafe weiterhin für Regierungskritik.

In Japan entfachte die jüngste Freilassung eines 88-Jährigen nach 45 Jahren in der Todeszelle erneut eine öffentliche Debatte. Hanaus Teilnahme reiht sich ein in die Aktionen von Städten wie Berlin, Stuttgart und Leipzig, wo ebenfalls Wahrzeichen illuminiert werden. Das Datum der Kampagne ehrt den 30. November 1786, als das Großherzogtum Toskana als erster Staat Folter und Hinrichtungen abschaffte.

Das in Blau erleuchtete Brüder-Grimm-Denkmal wird als sichtbarer Protest gegen die Todesstrafe stehen. Hanaus Engagement unterstreicht eine wachsende Bewegung, auch wenn die Praxis in Teilen der Welt weiter besteht. Die Aktion der Stadt spiegelt die größeren Bestrebungen wider, Menschenrechte und Rechtsreformen voranzutreiben.