Gebrauchtwagenmarkt 2024: Warum SUVs boomen und E-Autos an Wert verlieren
Carina KrauseGebrauchtwagenmarkt 2024: Warum SUVs boomen und E-Autos an Wert verlieren
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den letzten Jahren deutliche Veränderungen erlebt. Während der Pandemie stiegen die Preise stark an, haben sich seitdem aber stabilisiert – wobei einige Modelle schneller an Wert verlieren als andere. Aktuell prägen vor allem Elektroautos, Luxusfahrzeuge und SUVs die neuesten Trends.
Die Umbrüche begannen Anfang 2020, als Automobilhersteller wegen der Pandemie die Produktion drosselten. Gleichzeitig verlagerten Halbleiterlieferanten ihre Kapazitäten auf Unterhaltungselektronik und IT, sodass der Automobilsektor mit einem Mangel an essenziellen Chips kämpfte. Die Knappheit zwang die Hersteller zu Produktionsstopps, und die Wartezeiten auf Neuwagen verlängerten sich auf sechs bis achtzehn Monate.
2021 und 2022 stiegen die Preise für Gebrauchtwagen um 19 Prozent – der stärkste Anstieg in so kurzer Zeit. Die Nachfrage explodierte, da viele Käufer auf den Secondhand-Markt auswichen, während sie auf Neuwagen warteten. Noch heute kostet ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland etwa 27.800 Euro, fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr.
Doch nicht alle Modelle entwickeln sich gleich: SUVs wie der VW Tiguan oder der BMW X1 bleiben gefragt und halten ihren Wiederverkaufswert oder steigern ihn sogar. Kleine und günstige Fahrzeuge wie der Dacia Sandero verlieren hingegen an Beliebtheit, was zu sinkenden Preisen führt.
Auch bei Elektroautos gibt es dramatische Veränderungen. Ein drei Jahre altes Batterie-Elektroauto wird heute für etwa die Hälfte des Neupreises angeboten. Luxus-Elektrofahrzeuge wie der Mercedes EQS haben besonders stark an Wert verloren – ein einjähriges Modell ist bereits für rund 55.000 Euro erhältlich. Trotz dieser Entwicklung bleibt der Markt dynamisch: Die Zahl der Halterwechsel stieg 2024 um 7,4 Prozent auf etwa 6,48 Millionen Fahrzeuge.
Händler verkaufen ihre Bestände zudem schneller als noch vor der Pandemie. Ein durchschnittliches Fahrzeug steht heute nur noch 57 Tage auf dem Hof – deutlich weniger als in den Jahren zuvor.
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt robust, auch wenn die Preisentwicklung stark vom Modell abhängt. Während SUVs und bestimmte Elektroautos weiterhin Käufer anziehen, haben es Kleinwagen schwerer, ihren Wert zu halten. Mit schnelleren Umschlagzeiten und stabiler Nachfrage passt sich die Branche weiterhin den Bedingungen nach der Pandemie an.






