20 April 2026, 12:23

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck entfachen Literatur-Debatte um Druckfrisch

Ein altes Buch mit einer Illustration eines Mannes in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und eine Frau neben ihm steht, beide mit ernsten Gesichtern, und der Titel "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf der Seite sichtbar ist.

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck entfachen Literatur-Debatte um Druckfrisch

Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem der Literaturkritiker Denis Scheck für seine Rezensionen in der ARD-Sendung Druckfrisch massive Kritik einstecken musste. Der Streit begann, als Scheck Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy abwertend besprach – woraufhin ihm Misogynie vorgeworfen wurde. Sowohl der Sender als auch die betroffenen Autorinnen haben sich inzwischen zu der Kontroverse geäußert.

Ausgelöst wurde die Diskussion durch Schecks markanten Rezensionsstil – bekannt dafür, dass er missbilligte Bücher durch eine Rutsche in einen Mülleimer wirft. Diesmal gerieten Passmanns und von Kürthys Werke in sein Visier. Passmann reagierte auf Instagram und bezeichnete seine Kritik an ihrem Buch als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy konterte später in der Zeit und erklärte, sie werde solche Angriffe künftig nicht mehr hinnehmen.

Die ARD verteidigte Druckfrisch und betonte, das Geschlecht spiele bei literarischen Bewertungen keine Rolle. Der Sender verwies auf sein Engagement für Gleichberechtigung und vielfältige Perspektiven und versicherte, die Leistungen von Autorinnen würden vollumfänglich gewürdigt. Scheck hingegen beharrte darauf, seine Kritik richte sich gegen die Bücher selbst, nicht gegen deren Autorinnen oder Leser:innen.

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Laut ARD lobte Scheck in einer aktuellen Folge mehr Bücher von Frauen, als er kritisierte. Dennoch hält die Debatte an. Auch Elke Heidenreich übt in einem Zeit-Essay scharfe Kritik an Schecks Vorgehen und der Art, wie die ARD damit umgeht – und heizt die Diskussion weiter an.

Der Sender wiederholte, dass Misogynie in Druckfrisch keinen Platz habe und die Sendung sich weiterhin einer fairen Literaturbewertung verpflichtet fühle. Der Streit zeigt, wie brisant die Frage ist, wie Kritik formuliert und aufgenommen wird. Sowohl Scheck als auch die ARD stehen weiterhin in der Kritik für ihre Rolle in der Affäre.

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