29 December 2025, 02:39

Fünf Städte im Kreis Offenbach lehnen neues Anflugverfahren am **Frankfurter Flughafen** ab

Ein Flughafenwarteraum mit Menschen, die sitzen, gehen und auf Mobiltelefonen sprechen, Glaswände, Säulen und Deckenbeleuchtung im Hintergrund.

Fünf Städte im Kreis Offenbach lehnen neues Anflugverfahren am **Frankfurter Flughafen** ab

Fünf Städte im Kreis Offenbach haben sich gegen das geplante "Segmented Approach"-Anflugverfahren am Frankfurter Flughafen zusammengeschlossen. Die Kommunen argumentieren, dass der Plan den Fluglärm nicht verringere, sondern das Problem lediglich in neu erschlossene Wohngebiete verlagere, die nicht ausreichend schallgedämmt seien. Ihr Widerstand kommt vor einer entscheidenden Sitzung der Fluglärmkommission, in der sie die Änderungen offiziell ablehnen wollen.

Die Städte Hainburg, Heusenstamm, Obertshausen, Rodgau und Seligenstadt haben eine gemeinsame Resolution gegen das neue Verfahren verabschiedet. Sie werfen dem Vorhaben vor, die berechtigten Erwartungen der Anwohner zu verletzen, da sich diese bereits an die bestehenden Lärmbelastungen angepasst hätten. Die Resolution fordert zudem eine transparente, rechtlich belastbare Lärmschutzstrategie, die alle Verkehrsquellen berücksichtigt – statt die Belastung einfach woandershin zu verlagern.

Heusenstamms Bürgermeister Steffen Ball bezeichnete den "Segmented Approach" als inakzeptabel – sowohl aus Lärmschutzgründen als auch mit Blick auf Fairness und regionale Gerechtigkeit. Neu-Isenburgs Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein pflichtete ihm bei und nannte das Konzept ein "Schein-Entlastungsmodell", das Lärmprobleme verschärfe, statt sie zu lösen. Egelsbachs Bürgermeister Tobias Wilbrand warnte, die geplanten Änderungen schüfen Unsicherheit und gefährdeten das Vertrauen der Bevölkerung. Die Städte haben das Luftfahrt-Bundesamt nun aufgefordert, das Verfahren vollständig zu verwerfen. Stattdessen fordern sie eine umfassende Strategie, die Lärm aus allen Perspektiven angeht – nicht nur bei Flugzeugen.

Der Widerstand der fünf Kommunen setzt die Fluglärmkommission unter Druck, den Plan zu überdenken. Bei einer Ablehnung müsste der Frankfurter Flughafen seine Lärmminderungsmaßnahmen neu bewerten. Die Städte haben klar gemacht: Jede Lösung muss die Anwohner fair schützen und darf das Problem nicht auf andere Gemeinden abwälzen.