31 March 2026, 12:35

EZB warnt vor Inflationssprung durch Iran-Konflikt bis auf 3 %

Europäische Zentralbank-Hauptquartier in Frankfurt, Deutschland bei Nacht, mit beleuchteten Gebäuden, Bäumen, Straßenlaternen, Lichtern und Fußgängern unter einem bewölkten Himmel.

EZB warnt vor Inflationssprung durch Iran-Konflikt bis auf 3 %

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gewarnt, dass der anhaltende Iran-Konflikt die Inflation im Euroraum bis Mai auf über 3 % treiben könnte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde skizzierte eine dreistufige Strategie, um mögliche Energieschocks durch den Krieg zu bewältigen. Unterdessen deutet der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinen jüngsten globalen Prognosen auf höhere Preise und ein schwächeres Wachstum hin.

Den aktuellen EZB-Prognosen zufolge wird die Inflation im März 2026 bei 2,5 % liegen – ein Anstieg gegenüber den 1,9 % aus dem Februar. Sollten die Energiepreise weiter auf hohem Niveau bleiben, drohen weitere Steigerungen.

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Lagardes erster Ansatz sieht vor, kurzfristige Preissprünge bei Energie zu ignorieren. Die EZB geht davon aus, dass eine Reaktion auf vorübergehende Schocks aufgrund von Verzögerungen in der Umsetzung eher schaden als nutzen könnte.

Als zweite Maßnahme schlägt sie schrittweise Anpassungen der Geldpolitik vor, falls die Inflation das Ziel überschreitet, aber vorübergehend bleibt. Eine entschlossenere Gegenmaßnahme würde erst dann ergriffen, wenn die Inflation deutlich abweicht und über einen längeren Zeitraum hoch bleibt.

Die Modelle der EZB zeigen, dass die aktuellen Ölpreise nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Werte liegen – ein Zeichen für einen schweren Schock. Im worst-case-Szenario würde die Inflation mehr als zwei Jahre über dem Ziel bleiben und eine leichte Rezession auslösen. Selbst in einem weniger dramatischen Fall könnte das Wachstum im Euroraum 2026 zum Erliegen kommen, mit nur einer langsamen Erholung bis Ende 2028.

Die Auswirkungen des Konflikts auf die Schifffahrt haben den Handel bereits gestört. Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Routen im Roten Meer Ende 2023 lenkten die Hälfte des Verkehrs durch den Suezkanal um, und die Frachtvolumina haben sich bis heute nicht vollständig erholt. Nun erstrecken sich die Befürchtungen auch auf die Straße von Hormus, eine kritische Engstelle für den Öltransport.

Die im März 2026 aktualisierten EZB-Prognosen sagen nun eine durchschnittliche Inflation von 2,6 % voraus – höher als in früheren Schätzungen. Experten warnen, dass anhaltend hohe Energiepreise die EZB zu Zinserhöhungen zwingen könnten. Die nächsten Schritte der Bank hängen davon ab, wie lange der Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen anhalten.

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