DRK-Präsident Gröhe warnt vor fatalen Folgen von Sozialkürzungen
Brunhilde JesselDRK-Präsident Gröhe warnt vor fatalen Folgen von Sozialkürzungen
Hermann Gröhe, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), hat sich zur dringend notwendigen Reform des Sozialwesens geäußert. Er warnt davor, dass kurzfristige Sparmaßnahmen langfristig zu höheren finanziellen Belastungen führen könnten. Seine Äußerungen fallen mit dem Beginn der Beratungen der Sozialstaatskommission der Bundesregierung zusammen, die derzeit Vorschläge von Wohlfahrtsverbänden prüft.
Gröhe betonte, dass das Sozialsystem unter wachsendem Druck stehe. Eine alternde Bevölkerung, die zunehmende Pflegebedürftigkeit und die Herausforderungen bei der Integration von Migrantinnen und Migranten belasteten die Ressourcen. Zudem nannte er die "Epidemie der Einsamkeit" als zentrales Problem.
Er warnte davor, die ambulante Pflege zu kürzen, da eine schwächere Unterstützung mehr Menschen früher in stationäre Einrichtungen zwingen könnte. Dies würde, so Gröhe, langfristig die Kosten in die Höhe treiben.
Der DRK-Präsident begrüßte zwar die neu eingesetzte Regierungskommission, die Forderungen der Wohlfahrtsverbände prüft. Doch reine Kabinettssitzungen oder parlamentarische Anhörungen reichen ihm zufolge für eine wirksame Reform nicht aus. Stattdessen forderte er eine stärkere Einbindung der Wohlfahrtsverbände in den Prozess.
Um die Effizienz zu steigern, sprach sich Gröhe für ein zielgenaueres System mit weniger Bürokratie und besserer Digitalisierung aus. Zudem betonte er die Bedeutung von Prävention: Investitionen in frühzeitige Betreuung könnten Krankheiten vorbeugen und die künftige Belastung der Systeme verringern. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen räumte er ein, dass die Mittel für das Sozialwesen begrenzt blieben.
Gröhes Aussagen unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung bei der Sozialreform. Das DRK wird sich aktiv in die Debatte einbringen und nachhaltige Lösungen einfordern. Die Regierungskommission steht nun vor der Aufgabe, Kostenaspekte mit der langfristigen Stabilität des Systems in Einklang zu bringen.






