DigitalPakt 2.0: Hessens Schulen brauchen klare Standards und langfristige Finanzierung
Carina KrauseDigitalPakt 2.0: Hessens Schulen brauchen klare Standards und langfristige Finanzierung
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen begrüßt die jüngsten Änderungen am DigitalPakt 2.0, durch die die Antragsverfahren für Schulen vereinfacht wurden. Doch die Gewerkschaft fordert nun klarere Standards und eine langfristige Finanzierung, um eine gleichbleibend hohe Qualität der digitalen Bildung in der gesamten Region zu gewährleisten. Die Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die erste Phase des Programms im Mai 2024 offiziell endete, während die zweite Phase im Januar 2026 starten soll.
Der VBE Hessen lobt zwar die Bemühungen, Bürokratie im Rahmen des DigitalPakt 2.0 abzubauen und Schulen den Zugang zu Fördermitteln zu erleichtern. Gleichzeitig weist die Gewerkschaft jedoch auf anhaltende Probleme hin – etwa das Fehlen einheitlicher digitaler Standards an Hessens Schulen. Ohne diese bestünde die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler je nach Standort unterschiedliche Chancen auf eine hochwertige digitale Bildung hätten, so die Argumentation.
Die Organisation fordert eine klare Definition, was eine "digitale Schule" ausmachen soll. Dazu gehören künftige Anpassungen der Lehrpläne und Prüfungsformate, die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz berücksichtigen. Zudem betont der VBE die Notwendigkeit von Hochgeschwindigkeits-WLAN in jedem Schulgebäude, zuverlässigen Endgeräten für Lehrkräfte sowie fest angestellten IT-Fachkräften zur Wartung der Systeme. Über die Infrastruktur hinaus besteht die Gewerkschaft darauf, dass jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes digitales Endgerät erhalten sollte – statt sich auf "Bring Your Own Device" (BYOD)-Regelungen zu verlassen. Die Finanzierung müsse als dauerhafte Verpflichtung und nicht als kurzfristiges Projekt behandelt werden, so der Verband.
Um dies zu sichern, drängt der VBE den Land auf die Ausarbeitung eines DigitalPakt 3.0 noch vor 2026 – mit garantierten Mitteln, die über einzelne Legislaturperioden hinausreichen. Zu den Vorschlägen gehören auch langfristige Planungen wie regelmäßige Hardware-Aktualisierungen und stabile IT-Unterstützung. Die Gewerkschaft warnt: Ohne diese Maßnahmen drohten Schulen den Anschluss in einer zunehmend digitalisierten Welt zu verlieren.
Im Mittelpunkt der VBE-Forderungen stehen Chancengerechtigkeit, Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit der Bildung. Jede Schülerin und jeder Schüler in Hessen soll unabhängig vom Standort gleichberechtigt von der Digitalisierung profitieren. Mit dem Start des DigitalPakt 2.0 im Jahr 2026 pocht die Gewerkschaft auf verbindliche Vereinbarungen, die Schulen über Jahre hinweg kontinuierliche Unterstützung und Finanzierung sichern.