Dietzenbach ehrt jüdischen Gemeindevorsitzenden mit neuem Hermann-Wolf-Weg
Helga MüllerDietzenbach ehrt jüdischen Gemeindevorsitzenden mit neuem Hermann-Wolf-Weg
Eine neue Straße in Dietzenbach ehrt das Andenken an Hermann Wolf, den letzten Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde der Stadt
Am 1. August 2023 wurde der Hermann-Wolf-Weg offiziell eingeweiht – eine Feierstunde, an der auch Nachkommen aus den USA teilnahmen. Die Namensgebung ist ein weiterer Schritt, um die Erinnerung an das jüdische Leben in der Region zu bewahren.
Hermann Wolf war eine angesehene Persönlichkeit in Dietzenbach und diente als gewählter Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Der dekorierte Veteran des Ersten Weltkriegs lebte mit seiner Frau Emma und ihren sieben Kindern in der Bahnhofstraße 71. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Familie systematischer Verfolgung, Erpressung und Schikanen ausgesetzt.
Gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, emigrierte die Familie Wolf schließlich aus Deutschland. Hermann Wolf starb 1941 im Alter von 69 Jahren in Havanna, Kuba, nachdem er zunächst in den USA Zuflucht gesucht hatte. Zur Einweihung der Straße kehrten seine Nachkommen nach Dietzenbach zurück – rund 20 Familienmitglieder nahmen an der Zeremonie teil.
Bürgermeister Dr. Dieter Lang betonte in seiner Rede die Bedeutung, sich der jüdischen Geschichte der Stadt zu erinnern. Während Dietzenbach seine Vergangenheit aufarbeitet, haben auch benachbarte Gemeinden wie Idstein Schritte unternommen: So wurden 2014 Stolpersteine für 20 deportierte jüdische Bürger verlegt.
Der Hermann-Wolf-Weg sichert das Erbe von Hermann Wolf und seiner Familie für die Zukunft. Die Straße steht als sichtbares Zeichen für die jüdische Gemeinde, die einst hier lebte, und schafft für Angehörige, lokale Verantwortliche und Bürger eine greifbare Verbindung zu diesem Kapitel der Geschichte.






