Die Unzerstörbare
Die Unzerbrechliche
Teaser: Sie war seit den 1950er-Jahren ein Star des deutschen Films und Fernsehens. Mit 94 Jahren ist nun die Schauspielerin mit der rauchigen Stimme gestorben.
28. November 2025, 06:57 Uhr
Ingrid van Bergen, eine der gefeiertsten Nachkriegsschauspielerinnen Deutschlands, ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Sie starb am 28. November in ihrem Zuhause in Eyendorf und hinterlässt ein Erbe, das Film, Fernsehen und Theater prägte.
1931 in Danzig (heute Gdańsk) geboren, ließ sich van Bergen nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg zur Schauspielerin ausbilden. Schon in den 1950er-Jahren wurde sie in Westdeutschland zum Star – mit Rollen in Klassikern wie Des Teufels General (1955), Der eiserne Gustav (1958) oder Sind wir nicht alle wunderbar? (1958). Ihre rauchige, sinnliche Stimme und ihre Weigerung, sich auf klassische Frauenrollen festlegen zu lassen, machten sie zu einer Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit.
In den 1960er- und 1970er-Jahren blieb sie eine feste Größe auf der Leinwand, etwa in Filmen wie Banditen der Autobahn oder Stadt ohne Mitleid sowie in Serien wie Tatort (1972) und Vier gegen die Bank (1976). Ein dramatischer Wendepunkt in ihrem Leben folgte 1977, als sie ihren jüngeren Liebhaber erschoss. Wegen Totschlags verurteilt, saß sie sieben Jahre im Gefängnis, bevor ihre Strafe wegen guter Führung verkürzt wurde. Nach ihrer Entlassung in den frühen 1980er-Jahren kehrte van Bergen zur Schauspielerei zurück. Eine ihrer letzten bedeutenden Rollen hatte sie 1984 in einem Film von Rosa von Praunheim. Trotz ihres beruflichen Erfolgs waren ihre späteren Jahre von finanziellen Sorgen geprägt. Viermal verheiratet und Mutter von zwei Kindern, lebte sie bescheiden, teilte sich eine Wohnung mit einer Freundin und kam mit einer kargen Rente aus.
Mit van Bergens Tod endet eine Ära des deutschen Kinos. Bekannt für ihre mutigen Auftritte und ihre kompromisslose Art, prägte sie über Jahrzehnte die Unterhaltungswelt der Nachkriegszeit. Ihr Wirken in Film und Fernsehen bleibt ein prägender Teil der deutschen Kulturgeschichte.