Die kulturelle Auseinandersetzung der Neuen Rechten mit dem literarischen Kanon einfangen und korrigieren
Die kulturelle Auseinandersetzung der Neuen Rechten mit dem literarischen Kanon einfangen und korrigieren
Die kulturelle Schlacht der Neuen Rechten um den literarischen Kanon
Teaser: Die Neue Rechte führt ihre Kulturkämpfe auch auf literarischem Terrain – mit einer intensiven Literaturpolitik. Sie veröffentlicht, rezensiert und inszeniert sich als „Lesebewegung“.
28. November 2025
Stichworte: Wirtschaft, Bücher, Bildung & Persönlichkeitsentwicklung, Politik
Artikel: Seit Jahren verfolgen rechtsextreme Gruppen in Deutschland eine organisierte literarische Agenda. Dazu gehören Buchveröffentlichungen, Diskussionsrunden und sogar die Erstellung konkurrierender Lektürelisten. Ein aktuelles Beispiel ist der Gegenkanon „100 Jahre, 100 Romane“, herausgegeben vom Antaios Verlag – ein Verlag, den das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als rechtsextrem einstuft.
Antrieb erhielt die literarische Kampagne der Rechten, nachdem Der Spiegel seine Liste der 100 wichtigsten deutschen Romane veröffentlicht hatte. Kritiker aus dem rechtsextremen Milieu bezeichneten die Auswahl als „deutschfeindlichen Müll“ und „lächerlich“. Als Reaktion forderte die bekannte rechtsextreme Literaturkritikerin Ellen Kositza einen Gegenkanon, der eine „deutsche Perspektive“ widerspiegeln solle.
Der von Götz Kubitschek geführte Antaios Verlag veröffentlichte „100 Jahre, 100 Romane“ als direkte Gegenposition. Das BfV klassifiziert den Verlag als „gesichert rechtsextrem“; seine Aktivitäten beschränken sich jedoch nicht auf Bücher. Die Bewegung organisiert Buchmessen, rezensiert Belletristik und präsentiert sich als „Lesebewegung“ mit intellektuellen Ansprüchen. Zwei zentrale Strategien prägen diesen literarischen Vorstoß: Aneignung und Korrektur. Erstere bedeutet die Umdeutung etablierter Werke im Sinne rechtsextremer Ideologie, letztere zielt darauf ab, sie durch neu geschaffene, ideologisch konforme Texte zu ersetzen. Rechtsextreme Lektürelisten kommentieren Titel oft so, dass sie in die gewünschte politische Richtung gedeutet werden – eine Mischung aus Anknüpfung an bürgerliche Literaturtradition und Verschiebung hin zu rechtsextremen Werten.
Doch selbst innerhalb der Szene gibt es Dissens. Volker Zierke und Philip Stein, die Gastgeber des Podcasts „Von rechts gelesen“, stritten darüber, was ein rechtsextremer Gegenkanon beinhalten solle. Gleichzeitig nutzen Akteure wie der AfD-Politiker Maximilian Krah literarisches Engagement, um sich als gebildet und eloquent zu inszenieren. Seit 2009 haben das Blog „Sezession“ und der Antaios Verlag allein zehn solche Lektürelisten veröffentlicht.
Die literarischen Bemühungen der Rechten gehen über Bücher hinaus – sie zielen auf eine Neugestaltung kultureller Narrative. Trotz staatlicher Beobachtung von Verlagen wie Antaios produziert die Bewegung weiterhin Lektürelisten, veranstaltet Events und positioniert sich als intellektuelle Kraft. Ihre Kanonbildung bleibt ein gezieltes Werkzeug ideologischer Einflussnahme.
Suggental feiert 50 Jahre S’Schreckli mit Fasnetsumzug und Gaudiabend
Ein ganzes Dorf steht Kopf: Suggental verwandelt sich in ein Narrendorf voller Farben, Klänge und Gemeinschaft. Doch Achtung – wer zu spät kommt, verpasst den Umzug oder steht im Stau!
Eintracht Frankfurt verliert Stürmer Ebnoutalib nach nur zwei Spielen durch Knieverletzung
Ein Debüt mit Tor, dann der Schock: Ebnoutalibs Knieverletzung trifft Eintracht Frankfurt hart. Mit nur zwei fitten Stürmern wird die Offensive zur Baustelle – wie reagiert das Team?
Hanau trauert um Ronald Battenhausen – ein Leben für Demokratie und Gemeinschaft
Ein prägendes Kapitel Hanauer Geschichte endet. Battenhausens Wirken als Stadtrat, Landtagsabgeordneter und Demokrat bleibt unvergessen – seine Kollegen würdigen ein „Leben im Dienst der Menschen“. Seine Auszeichnungen, von der Willy-Brandt-Medaille bis zum Titel Stadtältester, erzählen von einem Mann, der Hanau mit Leidenschaft und Prinzipien formte.
Rattelschneck gewinnt Göttinger Elch-Preis für scharfsinnige Satire
Seit den 90ern prägen sie die deutsche Satire – jetzt wird Rattelschneck in Göttingen für ihr Lebenswerk gefeiert. Eine Retrospektive zeigt, warum ihre Kunst polarisiert und begeistert.
Gefälschter Pass am Frankfurter Flughafen: Moldawer bei Einreise gestoppt
Ohne Papiere, aber mit einem Plan: Ein Moldawer scheitert am Flughafen Frankfurt. Warum riskierte er die Einreise mit einem falschen rumänischen Ausweis? Die Hintergründe.
Lufthansa will Terminal 2 in Frankfurt gemeinsam mit Fraport steuern
Ein historischer Schritt für den Luftverkehr: Die Airline will mehr Kontrolle über ihre Heimatbasis. Doch was bedeutet das für Passagiere und die Zukunft des Flughafens?
Trachtenempfang in Freiburg feiert kulturelle Tradition und grenzüberschreitende Freundschaft
Historische Trachten, Neujahrsgrüße und Spendenaktionen: Wie ein Fest in Freiburg Brücken zwischen Ländern schlägt. Lokale Prominenz würdigt den Einsatz für Gemeinschaftswerte.
Dr. Norbert Reichhold: Ein Leben für Wirtschaft und Gemeinschaft in Hanau
Vom Bankkaufmann zum IHK-Präsidenten: Wie ein Mann die Wirtschaft Hanaus prägte – und bis heute die Stadt bewegt. Eine Hommage an Lebenswerk und Leidenschaft.
Erich von Däniken – der umstrittene Visionär der antiken Astronauten ist tot
Sein Name steht für Spekulationen, die die Welt bewegten. Mit 90 Jahren starb der Mann, der die Pyramiden den Aliens zuschrieb – und damit Millionen faszinierte. Die Schweiz verliert einen ihrer umstrittensten Denker: Was bleibt von seinem Erbe?
Berlin zeigt Zilles verborgene Werke – vom Sozialkritiker zum Tabubrecher
Sein Name steht für Berliner Arbeiteridyll – doch hinter „Pinselheinrich“ verbirgt sich ein radikaleres Erbe. Jetzt öffnet eine Ausstellung Türen zu Zilles skandalösesten Schöpfungen.
Rilkes Erbe lebt: Eine ungewöhnliche Hommage in St. Ingbert begeistert
Ein fiktives Gespräch zwischen Autor und Lektor entführte das Publikum in Rilkes Welt. Warum diese **Veranstaltung** mehr als nur Gedichte bot – und warum sie alle überraschte.
Marburg ehrt Unternehmen für gelungene Integration von Menschen mit Migrationshintergrund
Wie Unternehmen mit Vielfalt punkten – und warum das Siegel mehr als nur eine **Bewertung** ist. Ein Netzwerk zeigt, wie Integration durch Arbeit gelingt und alle profitieren.