Deutschland führt verbindliche Investitionsquote für Film- und Streamingbranche ein
Brunhilde JesselDeutschland führt verbindliche Investitionsquote für Film- und Streamingbranche ein
Die deutsche Koalitionsregierung hat sich auf neue Investitionsregeln für die Filmbranche verständigt. Der geplante Gesetzesentwurf sieht vor, dass Streamingdienste und Sender mindestens acht Prozent ihrer Einnahmen in deutsche Produktionen investieren müssen. Beamte betonen die Dringlichkeit des Vorhabens, um dem Sektor Planungssicherheit zu geben und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken.
Der Vorstoß für strengere Investitionsquoten folgt auf Kritik an der früheren Strategie von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Dessen Setzen auf freiwillige Absprachen mit Streamingplattformen galt als unwirksam und habe wertvolle Zeit verschwendet. Mit dem neuen Plan verzichtet die Koalition auf diesen Ansatz und setzt stattdessen auf rechtlich verbindliche Vorgaben.
Die angestrebten acht Prozent liegen jedoch deutlich unter den Werten anderer europäischer Länder. Frankreich etwa schreibt seit den 1980er-Jahren Quoten zwischen 20 und 28 Prozent vor, die jüngst sogar noch erhöht wurden. Deutsche Abgeordnete argumentieren nun, dass ein robusteres System notwendig sei, um international nicht den Anschluss zu verlieren.
Sven Lehmann, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, unterstützt den Kurswechsel. Er unterstrich die Bedeutung klarer Durchsetzungsregeln, um die Einhaltung der Vorgaben zu gewährleisten. Dennoch gibt es weiterhin Bedenken, etwa bei den geplanten Regelungen zur Rechteverteilung und einer möglichen Ausstiegsoption für bestimmte Unternehmen.
Die Koalition hat zugesagt, das Gesetzgebungsverfahren zu beschleunigen. Ziel ist es, Filmemachern und Produzenten langfristige Planungssicherheit zu bieten und die Lücken früherer Politiken zu schließen. Die neue Regelung sieht eine Investitionsquote von acht Prozent für Sender und Streamingdienste vor. Die genauen Kontrollmechanismen und Compliance-Regeln werden noch diskutiert. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es die Finanzierung der deutschen Film- und Fernsehproduktion in den kommenden Jahren grundlegend verändern.






