CDU-Politiker Krings zerpflückt umstrittene Prostitutionskommission der Familienministerin
Brunhilde JesselCDU-Politiker Krings zerpflückt umstrittene Prostitutionskommission der Familienministerin
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharf eine Kommission kritisiert, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzt wurde. Das Gremium sollte Reformen des Prostituiertenschutzgesetzes prüfen. Krings, der zugleich frauenpolitischer Sprecher der CDU ist, zeigte sich tief enttäuscht von dessen Zusammensetzung und den Ergebnissen.
Die Unionsfraktion bezeichnete die Einsetzung der Kommission als „rätselhaft“. Krings warf ihr vor, einseitig besetzt worden zu sein – noch während seine Partei an der Regierung beteiligt war.
Er stellte zudem den Vorsitzenden der Kommission infrage und warf ihm vor, fragwürdige Forschung zu betreiben. Laut Krings zeichne der Bericht ein verzerrtes Bild der Realität. So werde behauptet, 25 Prozent der Sexarbeiter:innen hätten einen Hochschulabschluss und 80 Prozent seien krankenversichert – Zahlen, die er als „realitätsfremd“ zurückwies.
Krings argumentierte, die Daten spiegelten nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider. Er verwies darauf, dass in Deutschland lediglich rund 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Seiner Schätzung nach seien nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert.
Die Ergebnisse der Kommission stoßen in der Opposition auf massive Kritik. Der Bericht gilt einigen Politiker:innen als unglaubwürdig. Angesichts dieser Vorbehalte dürfte die Debatte über eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes weiter anhalten.
