24 March 2026, 04:25

Berliner Kongress zu Männlichkeit löst Debatte über Pressefreiheit aus

Cartoon von drei entschlossenen Frauen in traditioneller Kleidung, die ein Papier mit der Aufschrift "Votes for Women: The Women's Social & Political Union" gegen einen hellblauen Himmel mit weißen Wolken halten.

Berliner Kongress zu Männlichkeit löst Debatte über Pressefreiheit aus

Pro-feministischer Kongress in Berlin: Debatten über Männlichkeit und Pressefreiheit

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin ein pro-feministischer Kongress statt, der mit seinen Diskussionen über Männlichkeit und Geschlechterrollen für Aufmerksamkeit sorgte. Die Veranstaltung im Mehringhof in Kreuzberg löste jedoch auch Kontroversen aus, als die anonym gebliebenen Organisator:innen versucht hatten, die Berichterstattung einer Journalistin einzuschränken – und damit Fragen zu Pressefreiheit und Transparenz aufwarfen.

Im Mittelpunkt des Kongresses stand die Kritik an traditionellen Männlichkeitsbildern sowie der Versuch, männliche Identitäten neu zu definieren. Die Teilnehmenden debattierten, wie Männer patriarchale Strukturen hinterfragen können. Einige argumentierten, dass die mediale Begleitung solcher Veranstaltungen ein "Geschenk" sei und notwendig, um über interne Diskussionskreise hinauszuwirken.

Die Organisator:innen jedoch blieben im Verborgenen und versuchten, der Reporterin die Berichterstattung zu untersagen. Ihr Vorgehen führte nach Ende der Veranstaltung zu Beschwerden an die Chefredaktion der betreffenden Website. Kritiker:innen unter den Teilnehmenden warfen den Verantwortlichen vor, mit ihrem Verhalten zu beweisen, "wie viel Arbeit noch vor uns liegt".

Unter den Anwesenden wuchs indes die Solidarität mit der Journalistin; eine Person äußerte ihr öffentlich Unterstützung. Der Vorfall offenbarten die Spannungen zwischen den pro-feministischen Zielen der Veranstaltung und dem Versuch der Organisator:innen, den Medienzugang zu kontrollieren. Trotz der Einschränkungen garantieren die deutschen Pressegesetze jedoch, dass über solche Ereignisse berichtet werden darf – unabhängig vom Willen der Veranstalter:innen.

Der Kongress knüpft an eine lange Tradition von Männergruppen in Deutschland an, die in den 1970er-Jahren im Zuge antiautoritärer Bewegungen und der zweiten Frauenbewegung entstanden. Inspiriert von Ereignissen wie der Erschießung Benno Ohnesorgs 1967 forderten Aktivisten wie Rudi Dutschke Polizeireformen, während feministische Kritik am Patriarchat Männer dazu anregte, ihre eigene Rolle zu reflektieren. Zwar waren diese frühen Gruppen nur lückenhaft dokumentiert, doch ihr Erbe wirkt bis heute nach – etwa in aktuellen Debatten wie denen auf dem Berliner Kongress.

Die Veranstaltung endete mit gemischten Reaktionen: Während die Organisator:innen versuchen hatten, die Pressearbeit einzuschränken, forderten viele Teilnehmende mehr Offenheit. Die betroffene Website übermittelte zwar "gute Wünsche" an die Veranstalter:innen, beharrte aber auf ihrem Recht zur Berichterstattung. Der Kongress machte einmal mehr deutlich, wie aktuell die Diskussionen über Männlichkeit, Verantwortung und die Rolle der Medien in feministischen Räumen bleiben.

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