Ausstellung in Osthessen zeigt: Antisemitismus bleibt allgegenwärtig
Brunhilde JesselAusstellung in Osthessen zeigt: Antisemitismus bleibt allgegenwärtig
Neue Ausstellung zu Antisemitismus in Hessen in der Polizeidirektion Osthessen eröffnet
Unter dem Titel „Ja, DAS ist Antisemitismus! Jüdische Erfahrungen in Hessen“ ist am 15. Januar 2026 in der Polizeidirektion Osthessen eine Ausstellung eröffnet worden, die sich mit Antisemitismus im Bundesland auseinandersetzt. Organisiert vom Forschungs- und Informationszentrum Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen), zeigt die Schau reale Vorfälle und deren Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften.
Mit grafisch aufbereiteten Fallbeispielen macht die Ausstellung die aktuellen Erscheinungsformen von Judenhass sichtbar und thematisiert die Rolle von Staat und Zivilgesellschaft bei der Bekämpfung von Diskriminierung. Polizeipresident Michael Tegethoff betonte die Bedeutung der Initiative als wichtigen Schritt im Einsatz der Behörde gegen Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Dr. Susanne Urban, die das Projekt bei RIAS Hessen leitet, sprach über die Alltäglichkeit antisemitischer Vorfälle. Sie gab Einblicke in die Perspektiven der Betroffenen und vertiefte so das Verständnis für deren Erfahrungen. Zur Eröffnung fand eine Podiumsdiskussion mit rund 100 Teilnehmenden statt, an der Expert:innen wie Daniel Neumann, Frau Hamberger, Dr. Sunik und Dr. Urban teilnahmen. Sie diskutierten Formen und Folgen von Antisemitismus sowie Präventionsstrategien. Die Ausstellung ist bis zum 13. Februar 2026 primär für Polizeibedienstete zugänglich, doch werden auch Führungen für Schulklassen und Behörden angeboten. Tegethoff lobte die Zusammenarbeit mit Partnern und dankte den Beteiligten für ihr Engagement in der Diskussion.
Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein innerhalb der Polizei und darüber hinaus zu schärfen. Durch die Präsentation realer Fälle und den Dialog soll der Kampf gegen Antisemitismus in Hessen gestärkt werden. Die Ausstellung und die begleitenden Veranstaltungen bieten Raum für Bildung und Reflexion.