04 April 2026, 12:25

Apotheker drohen mit Streiks: Finanzkrise und Reformstau eskalieren

Ein Plakat, auf dem steht, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Apotheker drohen mit Streiks: Finanzkrise und Reformstau eskalieren

Apothekerverbände schlagen Alarm: Finanzierungslücke und Reformstau bedrohen die Branche

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Führende Vertreter der Apothekerbranche haben dringende Bedenken wegen der Finanzierung und ausbleibender Reformen geäußert. Auf einer kürzlichen Konferenz forderten die Ko-Moderatorin Clara Hartmann und Dr. Stefan Hartmann fairere Gebührenstrukturen sowie klarere Wettbewerbsregeln. Ohne Kurskorrektur drohten, so ihre Warnung, Arbeitskampfmaßnahmen.

Dr. Stefan Hartmann kritisierte die Ampelkoalition scharf dafür, versprochene Gebührenerhöhungen nicht umgesetzt zu haben. Die Verzögerungen bezeichnete er als Vertragsbruch und rief Apotheken, Landesverbände und Bundesgremien auf, im anstehenden parlamentarischen Verfahren auf Änderungen zu drängen. Ohne Fortschritte seien Streiks "unvermeidbar", betonte er.

Clara Hartmann skizzierte die zentralen Forderungen der Branche: verlässliche Vergütungssysteme, faire Wettbewerbsbedingungen, Nachfolgeregelungen sowie bessere Perspektiven für junge Apotheker:innen. Zudem sprach sie sich für die Einführung von Apotheken in der Rechtsform einer GmbH aus. Die Ablehnung dieser Option fuße auf Vorurteilen, nicht auf Fakten, argumentierte sie. Hartmann stellte klar, dass die GmbH-Debatte nicht mit einer Aufhebung des Fremdbesitzverbots für Apotheken einhergehe.

Beide Referent:innen betonten, dass Apotheken künftig eine zentralere Rolle im Gesundheitswesen einnehmen müssten. Hartmann plädierte dafür, dass Apotheken den Erstkontakt mit Patient:innen aktiv gestalten und Kund:innen gezielter beraten sollten. Zudem forderte sie mehr Spezialisierung, um die Position der Branche im System zu stärken.

Aktuell gibt es in Deutschland 16.601 Apotheken, doch über ihre Rechtsformen liegen keine genauen Daten vor. Ungeklärt blieb in der Diskussion auch, wie viele bereits als GmbH firmieren und welche Hürden einer Umstellung entgegenstehen.

Die Warnungen spiegeln eine wachsende Verärgerung über gebrochene Finanzzusagen und strukturelle Defizite wider. Die Apothekerverbände pochen nun auf Reformen, um eine faire Finanzierung und eine stärkere Einbindung in die Gesundheitsversorgung durchzusetzen. Sollte es keine Bewegung geben, deutet alles auf eine Zuspitzung der Konflikte hin.

Quelle