05 April 2026, 10:25

AfD zerrissen: Machtkampf um USA, Russland und die Zukunft der Partei

Ein Plakat mit einer Karte der Sowjetunion in Rot und Blau, begleitet von Text und Bildern, die den Konflikt zwischen den beiden Ländern darlegen.

AfD zerrissen: Machtkampf um USA, Russland und die Zukunft der Partei

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik spaltet die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Die Partei ist zerrissen zwischen Befürwortern einer engeren Anbindung an die USA und solchen, die den Abzug der amerikanischen Truppen fordern. Aktuelle Auseinandersetzungen haben tiefe Gräben offenbart – mit Vorwürfen innerparteilicher Säuberungen und widersprüchlichen Aussagen führender Köpfe.

Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Deutschlands Bündnisse, die Rolle Russlands in der NATO sowie ein umstrittenes "Remigrations"-Konzept, das Fragen nach der Verfassungs­treue der AfD aufwirft. Ausgelöst wurde die Krise, als Parteichef Tino Chrupalla im April 2026 den Abzug der US-Truppen aus Deutschland forderte. Er kritisierte die Iran-Politik des damaligen US-Präsidenten Trump als gebrochenes Wahlversprechen. Diese Haltung löste innerparteilichen Widerstand aus, mit Warnungen vor einer Spaltung der AfD.

Der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah widersprach Chrupalla öffentlich. Er betonte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA, und lehnte die Forderung nach einem Truppenabzug ab. Ein weiterer Verteidigungsexperte der Partei, Hannes Gnauck, verfasste während der Iran-Krise eine proamerikanische Pressemitteilung – doch die Parteispitze um Alice Weidel und Chrupalla blockierte deren Veröffentlichung.

Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, gerät wegen seiner westlichen Haltung unter Beschuss. Er wirft dem russlandfreundlichen Flügel um Björn Höcke vor, ihn aus der Partei drängen zu wollen. Lucassen hatte Russland wiederholt als größte Bedrohung für die östliche NATO-Flanke bezeichnet – und sich damit gegen Parteikollegen gestellt.

Die Debatten werden zusätzlich angeheizt durch Martin Sellners "Remigrations"-Pläne, die selbst deutsche Staatsbürger betreffen könnten. Kritiker werfen der AfD-Führung vor, sich nicht klar genug von dem Vorhaben zu distanzieren, was Zweifel an der Verfassungs­konformität der Partei nährt. Krah argumentiert, solche extremen Positionen hätten die politische Isolation der AfD noch verstärkt und Kooperationen mit anderen Parteien nahezu unmöglich gemacht.

Aktuell fordert die AfD nicht nur den Abzug der US-Truppen, sondern auch Deutschlands Austritt aus dem NATO-Programm zur nuklearen Teilhabe. Doch die internen Querelen deuten darauf hin, dass es keine einheitliche Linie gibt – die verschiedenen Lager ziehen in entgegengesetzte Richtungen.

Der außenpolitische Richtungsstreit der AfD zeigt keine Anzeichen einer Beilegung. Die Spannungen um die Beziehungen zu den USA, die NATO und Russland haben sich verschärft, während die unklare Haltung der Partei zu Sellners "Remigrations"-Plänen verfassungsrechtliche Bedenken weiter schürt. Mit öffentlich ausgetragenen Konflikten und Säuberungsvorwürfen droht der Streit, den Zusammenhalt der Partei weiter zu untergraben.

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Die Folgen könnten auch die ohnehin bestehende Ausgrenzung der AfD aus der politischen Mitte zementieren – Gegner verweisen bereits auf die zersplitterten Positionen als Begründung für die anhaltende Isolation.

Quelle