26 April 2026, 16:25

ZDK reformiert Satzung: Bruch mit dem Handwerk und neue Machtverhältnisse

Deutsches Aktienzertifikat für "Schweiz Wagons-Fabrik A.G." mit blauem Rand und gedrucktem Text.

ZDK reformiert Satzung: Bruch mit dem Handwerk und neue Machtverhältnisse

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine Satzung grundlegend überarbeitet – ein Schritt, der nach eigenen Angaben mehr Transparenz schaffen und die Realitäten der Branche besser abbilden soll. Die im Januar 2023 beschlossenen Reformen fallen in eine Phase zunehmender Spannungen mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeughandwerk (ZVK), die nun einen neuen Höhepunkt erreichen.

Die neuen Regeln bedeuten einen klaren Bruch mit früheren Gepflogenheiten. Bisher verfügte der ZVK über garantierte Sitze in den Gremien des ZDK, doch künftig soll nur noch ein Mitglied aus der Handwerksführung kommen – ein Abschied von der festen Vertretungsregel. Zudem hat der ZDK gemeinsame Personalkörper in den Führungsorganen abgeschafft und eine strikte Trennung der Institutionen durchgesetzt.

Laut Verband sollen Vorstandsposten nicht länger wie erbliche Lehen vergeben werden. Ausschüsse kehren zu ihrer ursprünglichen Rolle als reine Beratungsgremien zurück, während das alleinige Sprecherrecht bei der Führung liegt, um widersprüchliche öffentliche Aussagen zu vermeiden.

Die Reformen sehen direkte Wege für Werkstätten vor, sich der ZDK-Zentrale in Bonn anzuschließen, und verhindern so eine organisatorische Isolation der Innungen. Gleichzeitig wirbt der ZDK um markengebundene Autohäuser in Bayern und Nordrhein-Westfalen, um sie für seinen neuen Kurs zu gewinnen.

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Die Umstrukturierung fällt in eine Zeit eskalierender Konflikte zwischen ZDK und ZVK. Während der ZDK die Änderungen als notwendige Modernisierung darstellt, spricht er zugleich von einem bewusst herbeigeführten Szenario, das eine Spaltung erzwingen solle. Derweil hat der Rechtsstreit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen viel von seinem ursprünglichen Schwung verloren.

Die Satzungsreform wird die Arbeitsweise des ZDK grundlegend verändern: Entscheidungen werden zentralisiert, der Einfluss des ZVK zurückgedrängt. Werkstätten und Autohäuser erhalten neue Anbindungsmöglichkeiten, während der Verband die Kontrolle über seine Strukturen strafft. Die Änderungen treten in Kraft, doch die langjährigen Konflikte zwischen den beiden Verbänden bleiben ungelöst.

Quelle