10 May 2026, 16:22

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung strikt ab

Etikett mit dem Namen eines Autos.

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung strikt ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen die von der Europäischen Kommission geplanten Regeln für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Der Verband argumentiert, dass die Vorhaben – die Käufern mehr Klarheit über Kraftstoffverbrauch und Emissionen verschaffen sollen – in der Praxis zu ernsthaften Problemen führen würden, insbesondere bei Gebrauchtwagen.

Kritikpunkt des ZDK ist vor allem die schwierige Umsetzung einheitlicher Kennzeichnungen für Gebrauchtfahrzeuge. Viele dieser Fahrzeuge wurden nachträglich verändert, sodass oft keine zuverlässigen Verbrauchsangaben vorliegen. Ältere Modelle wurden zudem nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Fahrzeuge nach dem WLTP-Verfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) gemessen werden – was zu Inkonsistenzen führt.

In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier fordert der ZDK strengere Grenzen für die neuen Vorschriften. So sollen die Kennzeichnungspflichten nur für Neufahrzeuge gelten, nicht jedoch für Gebrauchtwagen. Zudem verlangt der Verband Ausnahmen für leichte Nutzfahrzeuge und ein Ende der verpflichtenden Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn warnte, dass eine Ausweitung der Regeln auf Gebrauchtwagen zu Rechtsstreitigkeiten und betrieblichen Hindernissen führen könnte. Er gab zu bedenken, dass Händler ältere Fahrzeuge möglicherweise nicht mehr annehmen oder verkaufen würden, wenn sie zur Einhaltung gezwungen wären. Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, sich für rechtssichere und praxistaugliche Regelungen einzusetzen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Darüber hinaus pocht der ZDK auf klarere Verantwortlichkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler. Zudem fordert er eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU, um Verwirrung und ungerechte Durchsetzungsmaßnahmen zu vermeiden.

Ziel des geplanten Kennzeichnungssystems ist es, Käufern bessere Informationen zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu bieten. Doch die Einwände des ZDK zeigen mögliche Lücken in der Umsetzbarkeit – vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Ohne Anpassungen könnten die Vorschriften den Handel beeinträchtigen und Händler vor unlösbare Compliance-Anforderungen stellen.

Quelle