Winterdienst-Chaos in Braunschweig: Warum Straßen und Radwege tagelang blockiert blieben
Helga MüllerWinterdienst-Chaos in Braunschweig: Warum Straßen und Radwege tagelang blockiert blieben
Versäumnisse beim Winterdienst in Braunschweig lösen Forderungen nach Untersuchung aus
Nach heftigen Schneefällen, die zahlreiche Straßen und Radwege unpassierbar zurückließen, mehren sich in Braunschweig die Rufe nach einer Aufklärung der Pannen beim Winterdienst. Die Ratsfraktion DIE FRAKTION. BS brachte in einem Antrag vom 18. Februar ihre Besorgnis über Verzögerungen und mangelhafte Räumarbeiten während der lang anhaltenden Schneefälle der letzten Saison zum Ausdruck.
Im Antrag wird auf gravierende Mängel bei der Schneeräumung hingewiesen – insbesondere auf Radwegen und wichtigen Verkehrsadern. Bereits zuvor hatte regionalHeute.de über anhaltende Frustration wegen vernachlässigter Fahrradspuren berichtet. Laut dem aktuellen Vertrag mit dem Dienstleister ALBA wurden Radwege nur alle 19 Stunden geräumt, während viele Straßen noch seltener von Schnee befreit wurden.
Wichtige Verkehrsachsen wie die Leonhardstraße, die Museumstraße und die Helmstedter Straße blieben tagelang ungeräumt oder teilweise blockiert. Der Sturm Elli verschärfte die Lage zusätzlich und führte zu flächendeckenden Behinderungen: Schulen mussten schließen, Züge blieben stecken, und Autofahrer saßen fest. Obwohl die Räumteams im Dauerbetrieb arbeiteten, wurden frisch freigeräumte Strecken schnell wieder von Neuschnee blockiert.
Die Ratsfraktion wirft ALBA vor, weder über ausreichend Personal noch über die nötige Ausstattung zu verfügen, um anhaltende Schneefälle bewältigen zu können. In ihrem Antrag fordert sie eine umfassende Überprüfung der personellen und technischen Ressourcen, um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu gewährleisten. Zudem betont der Antrag, dass die Versäumnisse die Ziele des Braunschweiger Mobilitätsentwicklungsplans 2035 untergraben, der auf eine Stärkung des nachhaltigen Verkehrs abzielt.
Mittlerweile haben die Stadträte der Untersuchung der Winterdienstleistungen zugestimmt. Die nun beschlossene Prüfung soll die Kapazitäten und das Krisenmanagement von ALBA bei starkem Schneefall unter die Lupe nehmen. Sollten sich daraus Änderungen ergeben, könnten sich in kommenden Wintern die Räumintervalle für Straßen und Radwege verbessern. Die Ergebnisse könnten auch Einfluss darauf haben, wie die Stadt ihre Winterinstandhaltung langfristig mit ihren Verkehrsziele in Einklang bringt.
