Wiesbadens Zukunft wird im Rathaus hitzig über Seniorenbelange diskutiert
Carina KrauseWiesbadens Zukunft wird im Rathaus hitzig über Seniorenbelange diskutiert
Lebhafte Debatte über die Zukunft Wiesbadens im Rathaus
Diese Woche fand im Wiesbadener Rathaus eine lebendige Diskussion über die Zukunft der Stadt statt. Organisiert vom Seniorenbeirat Wiesbaden, brachte die Veranstaltung Vertreter:innen aus neun politischen Parteien zusammen. Die Themen reichten von Wohnraum und Mobilität über digitale Teilhabe bis hin zu Barrierefreiheit – alles drängende Anliegen für die alternde Bevölkerung der Stadt.
An der Debatte beteiligten sich Christa Gabriel (SPD), Dennis Seldenreich (AfD), Mechthilde Coigné (Die Linke), Nele Siedenburg (Grüne), Daniela Georgi (CDU), Jasmine Lesken (Volt), Petermartin Oschmann (FWG), Günther Schäfer (PRO AUTO – Die Konservativen) und Silvia Schob (FDP). Jede:r erläuterte die Position der eigenen Partei zu den zentralen Fragen älterer Bürger:innen.
Wohnen als Schlüsselthema Ein zentraler Schwerpunkt der Diskussion war das Thema Wohnen, das eng mit Verkehr, Pflege und dem Alltagsleben verknüpft ist. Viele Teilnehmer:innen waren sich einig, dass ein fairer Zugang zu Wohnraum die Lebensqualität maßgeblich prägt. Dennoch fehlen in den Wahlprogrammen für 2026 konkrete Pläne, um die Barrierefreiheit in Wiesbaden zu verbessern – trotz des breiten Konsenses über dessen Bedeutung.
Mobilität und Sicherheit im Fokus Auch Mobilität und Sicherheit standen im Mittelpunkt. Besonders die Radinfrastruktur wurde intensiv diskutiert: Einige sahen sie als Prüfstein für Chancengleichheit und Verkehrssicherheit, andere betonten die Notwendigkeit einer gerechten Verkehrsverteilung, die allen Altersgruppen gerecht wird. Sauberkeit und öffentliche Sicherheit wurden immer wieder mit dem Wohlbefinden der Bürger:innen in Verbindung gebracht.
Digitalisierung zwischen Fortschritt und Inklusion Die Digitalisierung löste eine Debatte über den Ausgleich zwischen technologischem Fortschritt und sozialer Teilhabe aus. Zwar wurden moderne Lösungen begrüßt, doch forderten die Redner:innen gleichzeitig analoge Alternativen, um Ausgrenzung zu vermeiden. Bürokratie wurde häufig als Hindernis genannt, das praktikable Lösungen für die städtischen Herausforderungen verzögert.
Selbstbestimmung und handlungsfähige Verwaltung Als entscheidend für eine wirksame Politik wurden Selbstbestimmung und eine reaktionsschnelle Verwaltung hervorgehoben. Deutlich wurde dabei, dass die Haushaltslage Wiesbadens eine zentrale Rolle bei der Bewältigung dieser Themen spielen wird.
Seniorenbeirat setzt wichtige Impulse Der Seniorenbeirat hat es geschafft, drängende Fragen auf die Agenda der Stadtverantwortlichen zu setzen. Von Wohnraum und Pflege über digitale Teilhabe bis hin zu Mobilität spiegelten die Diskussionen die Komplexität einer alternden Gesellschaft wider. Nun kommt es darauf an, wie die Parteien diese Debatten in konkrete Maßnahmen umsetzen – zumal bisher noch keine handfesten Vorschläge vorliegen.