20 February 2026, 02:51

Wiesbaden gedenkt 21 Opfern rechtsextremer Gewalt in Hessen seit 1945

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern und Plakaten steht vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts, während einer Demonstration in Deutschland.

Wiesbaden gedenkt 21 Opfern rechtsextremer Gewalt in Hessen seit 1945

Gedenkveranstaltung in Wiesbaden für Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen seit 1945

Unter dem Motto "Hanau – Kein Einzelfall" findet in Wiesbaden eine Gedenkfeier für die Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen seit 1945 statt. Bei der Veranstaltung wird an mindestens 21 Menschen erinnert, die in dem Bundesland bei solchen Anschlägen getötet wurden. Die Organisatoren fordern eine offizielle Anerkennung aller Opfer sowie eine gründlichere Aufarbeitung systematischer Versäumnisse.

Die Kundgebung beginnt um 18:00 Uhr mit einer Eröffnungsrede von Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Anschließend wird Sascha Schmidt zu den Anwesenden sprechen und dabei besonders die Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen in den Fokus rücken. Zu den Gedenken gehört auch Ibrahim Akkus, der den Anschlag von Hanau 2020 zwar überlebte, später jedoch an den Spätfolgen seiner Verletzungen starb.

Im Rahmen der Veranstaltung wird zudem an sieben Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen erinnert, die bisher keine offizielle Anerkennung erfahren haben. Die Teilnehmer werden unter anderem bessere Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung fordern, darunter verpflichtende Antirassismus-Schulungen für Polizei, Richter und öffentliche Einrichtungen. Offene Fragen bleiben insbesondere zum Anschlag von Hanau – etwa zum Versagen der Polizeinotrufleitung, verriegelten Notausgängen und ignorierten Warnungen vor den extremistischen Ansichten des Täters.

Seit 1945 wurden in Deutschland 479 Todesopfer durch faschistische und rechtsextreme Gewalt registriert, davon sind 414 namentlich bekannt, 65 bleiben unverzeichnet. Die Veranstaltung unterstreicht, dass keine Region überproportional betroffen ist – doch zu Hessens Bilanz gehören auch die neun Menschen, die am 19. Februar 2020 in Hanau ihr Leben verloren. Der Hessische Landtag wird den Tag mit einer stillen Gedenkminute begehen.

Die Kundgebung ruft zu konkreten Veränderungen auf, darunter eine strengere Überwachung rechtsextremer Bedrohungen und bessere Unterstützung für die Angehörigen der Opfer. Die Organisatoren betonen die Notwendigkeit von Verantwortung in jenen Institutionen, die frühere Anschläge nicht verhindert haben. Die Veranstaltung dient sowohl als Würdigung der Opfer als auch als Mahnung für strukturelle Reformen, um künftige Gewalt zu verhindern.

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