13 December 2025, 14:56

Wie eine Biobäuerin in Hessen mit Ziegenkäse gegen die Agrarkrise kämpft

Landwirtschaftlicher Hof mit Bäumen oben im Bild.

Wie eine Biobäuerin in Hessen mit Ziegenkäse gegen die Agrarkrise kämpft

Ziegenkäse-Hof in Hessen: "Ich besetze eine Nische"

Vorspann Vor 15 Jahren gründete Claudia Smolka in Hessen einen Bauernhof mit eigener Ziegenkäserei – und feiert seitdem beachtliche Erfolge. Doch von der Politik fordert sie bessere Rahmenbedingungen für die welt der Landwirtschaft.

Artikeltext Claudia Smolka, Agrarwissenschaftlerin und Biobäuerin, hat in über einem Jahrzehnt in Seelbach (Hessen) eine erfolgreiche Ziegenkäserei aufgebaut. Was 2010 mit nur sieben Ziegen begann, ist heute ein blühender Betrieb mit rund 50 Milchziegen, Rindern, Schweinen und Ackerland. Ihr preisgekrönter Rohmilchkäse, den sie direkt vermarktet, hat Anerkennung gefunden – doch sie warnt: Kleine Höfe wie ihrer sind durch Bodenspekulation und politische Vernachlässigung zunehmend bedroht.

Ihr Weg startete in einem gemieteten Haus, wo Smolka zunächst ihre Käserei einrichtete. Später stellte ihr der Vermieter eine Wiese zur Verfügung, was die Erweiterung ermöglichte. Mittlerweile produziert ihr Hof eine Palette handgefertigter Ziegenkäse, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Alle Produkte verkauft sie direkt an Verbraucher:innen – ohne Zwischenhändler und mit faireren Erlösen.

Die Zukunft der bäuerlichen Kleinbetriebe in Hessen und ganz Deutschland steht auf dem Spiel. Smolkas Hof beweist, dass ökologische Familienbetriebe erfolgreich sein können – aber nur, wenn Land bezahlbar bleibt und die Politik ihren Fortbestand unterstützt. Ohne gezielte Reformen wird die Entwicklung hin zu Bodenspekulation und industrieller Landwirtschaft wohl weiter voranschreiten – und der nächsten Generation von Bäuer:innen die Perspektiven nehmen.