Weißstörche gefährden Hessens Infrastruktur mit riesigen Nestern auf Strommasten und Bahnstrecken
Helga MüllerWeißstörche gefährden Hessens Infrastruktur mit riesigen Nestern auf Strommasten und Bahnstrecken
Weißstörche sorgen in Hessen für wachsende Sicherheitsrisiken – durch Nester auf Bahnstrecken und Strommasten
Die Vögel gefährden mit ihren teils hunderte Kilogramm schweren Nestern die Stabilität kritischer Infrastruktur und stören den Betrieb von Verkehrs- und Energienetzen. Nun ergreifen Behörden Maßnahmen, um sowohl die Störche als auch die Versorgungssysteme zu schützen.
Besonders problematisch ist die Situation in Südhessen, wo die Tiere ihre Horste auf Hochspannungsmasten und Bahnanlagen bauen. Im Kinzigtal und auf der Strecke Gießen–Wetzlar bergen die Nester erhebliche Risiken: Sie können zu Kollisionen, Stromschlägen oder sogar Bränden führen, wenn brennbares Nistmaterial Feuer fängt. Netzbetreiber verzeichnen Millionenschäden, während die Deutsche Bahn vor möglichen Zugausfällen warnt.
Gegensteuern wird mit gezielten Maßnahmen: Nester an Strommasten und Bahninfrastruktur werden – nach Genehmigung durch den NABU (Naturschutzbund Deutschland) – entfernt. Anschließend bringen Fachleute ballonartige Abschreckvorrichtungen an, um die Vögel von gefährlichen Standorten fernzuhalten. Gleichzeitig entstehen in sicherer Entfernung zu den Anlagen alternative Nistplattformen.
Der Anstieg der Storchpopulation, vor allem im Rhein-Main-Gebiet um Hochheim und Wallau, verschärft die Lage zusätzlich. Deutsche Bahn und Naturschützer arbeiten Hand in Hand, um Betriebssicherheit und Artenschutz in Einklang zu bringen. Ziel ist es, Unfälle zu vermeiden und gleichzeitig das langfristige Überleben der Störche zu sichern.
Die Maßnahmen sollen Risiken für Vögel und Infrastruktur gleichermaßen verringern. Durch Umsiedlungen von Nestern und den Einsatz von Abschreckmitteln hoffen die Verantwortlichen, Stromausfälle, Zugverspätungen und tödliche Unfälle unter den Tieren zu reduzieren. Der Ansatz kombiniert technische Lösungen mit enger Abstimmung zwischen Verkehrsbetrieben und Naturschutzexperten.
