08 January 2026, 10:49

Weihbischof Diez deutet die Reise der **Heiligen Drei Könige** als Aufruf zur Demut in Krisenzeiten

Ein aufgeschlagenes Buch mit Schrift darauf.

Weihbischof Diez deutet die Reise der **Heiligen Drei Könige** als Aufruf zur Demut in Krisenzeiten

Weihbischof Karlheinz Diez hielt während des feierlichen Hochamts zum Fest Epiphanie im Fuldaer Dom eine eindringliche Predigt. Seine Betrachtung der biblischen Geschichte der Heiligen Drei Könige zog Parallelen zu heutigen Herausforderungen und deutete ihre Reise als zeitlose Lehre in Demut und Glauben.

Diez beschrieb die Weisen aus dem Morgenland als mächtige und wohlhabende Männer, die trotz ihres Status eine höhere Autorität erkannten. Ihre Verehrung des neugeborenen Christus in einem schlichten Stall symbolisiere die Vergänglichkeit irdischer Macht. Dieser Moment, so der Bischof, stehe für einen radikalen Wertewandel – wahre Stärke liege nicht in Herrschaft oder Reichtum, sondern in Hingabe und Liebe.

Gegenüber der Demut der Könige stellte Diez die Angst des Königs Herodes, seine Kontrolle zu verlieren. Dessen Unbehagen angesichts der Geburt Jesu spiegle heutige Konflikte wider, etwa den Krieg in der Ukraine, in dem Machtkämpfe weiterwüten. Die Heiligen Drei Könige hingegen stünden für jene, die eigene Ansprüche zugunsten göttlicher Führung zurückstellen. Gott, so Diez, leite die Menschheit behutsam und biete denen, die Ihn im Gebet suchen, Wege zu Frieden und Versöhnung. Die Geschichte entfalte sich unter göttlicher Obhut – mit Trost, Heilung und Erneuerung. Christus als König anzuerkennen, bedeute, Werte jenseits von Erfolg, Besitz oder Kontrolle zu leben.

Die Predigt endete mit dem Aufruf, sich wie einst die Weisen Gottes Führung anzuvertrauen. Indem man weltliche Macht beiseitelege, könnten Einzelne wie Nationen wahren Frieden finden. Diez deutete das Fest Epiphanie als Mahnmal der Hoffnung und Demut in einer zerrissenen Welt.