Warum wir nur noch drei Meinungen pro Tag äußern sollten – und ein Rebhuhn darüber wacht
Carina KrauseWarum wir nur noch drei Meinungen pro Tag äußern sollten – und ein Rebhuhn darüber wacht
Meinungen gibt es heutzutage überall. Von Talkshows über Podcasts bis hin zu Online-Foren – zu jedem erdenklichen Thema werden sie endlos produziert. Es scheint, als werde der Welt niemals der Vorrat ausgehen.
Innerhalb einer einzigen Woche stieß die Autorin auf vehemente Standpunkte zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und zur Frage, ob Katzen Wahlrecht haben sollten. Diskutiert wurde auch über Ananas auf Pizza, vegane Torwarthandschuhe und die Vorzüge achtsamen Atmens. Seine Meinung für sich zu behalten, gilt heute fast schon als Tabu.
Die Autorin schlägt eine radikale Lösung vor: Jeder Mensch sollte sich auf drei Meinungen pro Tag beschränken. Jede weitere bedürfte der Genehmigung durch ein Rebhuhn. Sie malt sich sogar eine Welt aus, in der die Natur zurückschlägt – etwa wenn das Mittelmeer Urlauber bewertet oder Sonnenblumen und Mücken ihre eigenen Ansichten äußern. Vielleicht meldet sich auch der Schlafzimmer-Kaktus zu Wort.
Es gibt die Theorie, dass Menschen Trost in der Natur suchen, weil sie nicht über sie urteilt. Doch die Autorin bleibt skeptisch – sowohl gegenüber achtsamem Atmen als auch gegenüber der Vorstellung, die Natur schweige zu menschlichem Verhalten.
Ihr spielerischer Vorschlag unterstreicht, wie Meinungen heute die Gespräche dominieren. Die ungewöhnliche Idee zeigt, wie schwer es wird, der ständigen Debattenkultur zu entkommen. Die Welt, so scheint es, wird immer neue Meinungen hervorbringen – und sie mit uns teilen.
