Warum Patchworkfamilien in den USA zwei eigene Feiertage verdienen
Jedes Jahr begehen die USA im September zwei besondere Tage, um Patchworkfamilien zu würdigen: Der „National Stepfamily Day“ findet am 16. statt, während der „National Stepfather’s Day“ am dritten Freitag des Monats gefeiert wird. Diese Anlässe rücken die Rolle von Stiefvätern in den Fokus – eine Gruppe, die in Medien und Kultur oft mit ungerechten Klischees konfrontiert wird.
Stiefväter werden seit langem in einem negativen Licht dargestellt. Filme wie „Shining“ oder „Die Nacht des Jägers“ zeigen sie als bedrohliche Figuren. Selbst in der Komödie kommt ihr Image nicht immer gut weg. Die westdeutsche Sitcom „Ich heirate eine Familie“, die von 1983 bis 1986 auf ZDF lief, porträtierte den Stiefvater als tollpatschigen, komischen Außenseiter. Peter Weck spielte die Hauptrolle des Werner Schumann, einer Figur, die verzweifelt versucht, in ihrer neuen Familie Fuß zu fassen.
Doch nicht nur Stiefväter haben mit Vorurteilen zu kämpfen – auch Stiefmütter werden oft als Bösewichte dargestellt, sei es in religiösen und patriarchalen Gesellschaften, in Märchen oder sogar in der Pornografie. Dabei sind Patchworkfamilien seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Fernsehens. „Ich heirate eine Familie“ war die erste westdeutsche Sitcom, die sich mit einem solchen Familiengefüge beschäftigte und dabei Humor mit familiären Dynamiken verband.
Trotz kultureller Vorbehalte widmet die USA im September zwei Tage der Wertschätzung von Patchworkfamilien. Die Feiertage sollen die Wahrnehmung verändern und die tatsächlichen Leistungen von Stiefvätern anerkennen. Der Kontrast zwischen den medialen Darstellungen und diesen Würdigungen spiegelt eine größere Debatte über Familienrollen wider.