Warum europäische Unternehmen trotz Alternativen auf Bankkredite setzen
Helga MüllerWarum europäische Unternehmen trotz Alternativen auf Bankkredite setzen
Alternativfinanzierungen decken mittlerweile fast ein Drittel der Unternehmensfinanzierung in Europa ab. Dennoch greifen die meisten Unternehmen nach wie vor auf klassische Bankkredite zurück, die 48 Prozent der gesamten Finanzierung ausmachen. Zwar steigt das Bewusstsein für neue Optionen, doch deren Nutzung bleibt in der Region ungleichmäßig verteilt.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 76 Prozent der kapitalsuchenden Unternehmen den Leitfaden für den paneuropäischen Unternehmens-Privatplatzierungsmarkt kennen. Tatsächlich nutzen ihn jedoch nur 25 Prozent. Investoren setzen hingegen schneller auf standardisierte Dokumentation: 54 Prozent stützen sich auf die Richtlinien oder damit verbundene Unterlagen.
Der Markt für Alternativfinanzierungen bleibt zersplittert und operiert größtenteils innerhalb nationaler Grenzen. In Deutschland bevorzugen kleinere und mittelgroße Unternehmen nach wie vor Bankkredite oder den Schuldscheinmarkt. Das Interesse an anderen Optionen jenseits dieser Instrumente bleibt gering.
Für die kommenden fünf Jahre planen 48 Prozent der europäischen Unternehmen, ihren Einsatz alternativer Finanzierungsformen auszubauen. Sollte die Liquidität knapper werden und Banken aufgrund strengerer Vorschriften ihre Konditionen verschärfen, könnten paneuropäische Privatplatzierungen deutlich an Bedeutung gewinnen.
Alternativfinanzierungen machen derzeit 30 Prozent der Unternehmensfinanzierung in Europa aus – doch Bankkredite dominieren weiterhin. Zwar gibt es standardisierte Leitlinien, doch deren Akzeptanz variiert stark zwischen Unternehmen und Investoren. Das künftige Wachstum dieses Sektors hängt maßgeblich von den Marktbedingungen und dem Regulierungsdruck auf traditionelle Kreditgeber ab.
