20 January 2026, 09:24

Vom Flüchtling zum Unternehmer: Wie ein staatenloser Künstler sein Schicksal meistert

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnenstangen, unter einem bewölkten Himmel.

Vom Flüchtling zum Unternehmer: Wie ein staatenloser Künstler sein Schicksal meistert

Fahad Alkhatib, ein syrischer Fliesenleger und Mosaikkünstler, floh 2015 vor dem Krieg nach Deutschland. Seitdem hat er sein Leben mehrfach neu aufgebaut – trotz rechtlicher Hürden als staatenloser Mensch. Sein Weg vom Geflüchteten zum Unternehmer zeigt sowohl Widerstandskraft als auch die Herausforderungen, mit denen viele wie er noch immer konfrontiert sind.

Alkhatib kam 2015 mit seiner Familie nach Deutschland und lebte zunächst in Gießen, bevor er noch im selben Jahr nach Egelsbach im Landkreis Offenbach zog. Bis 2021 arbeitete er für eine Zeitarbeitsfirma, bestand die Deutschprüfung auf B1-Niveau und gründete schließlich sein eigenes Unternehmen. Heute beschäftigt Alkhatib Consulting vier Mitarbeiter und bietet Trockenbau-, Garten- und Malerarbeiten in ganz Süddeutschland an.

Trotz seines Erfolgs bleibt Alkhatib aufgrund seiner palästinensischen Wurzeln staatenlos. Dieser Status zwingt ihn, seinen Aufenthaltstitel alle zwei bis drei Jahre zu verlängern, und erschwert den Zugang zu Finanzierungen für neue Fahrzeuge oder Ausrüstung. Obwohl er nicht plant, nach Syrien zurückzukehren – selbst nicht nach dem Regimewechsel im Dezember 2024 –, hofft er irgendwann einmal dorthin reisen zu können. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom August 2025 zeigt die Fortschritte von Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland kamen: Männliche Geflüchtete haben mittlerweile eine höhere Beschäftigungsquote (76 %) als der Durchschnitt der deutschen männlichen Bevölkerung (72 %). Doch Geflüchtete Frauen stoßen weiterhin auf erhebliche Barrieren – nur 35 % von ihnen sind erwerbstätig.

Alkhatibs Geschichte verdeutlicht, wie Entschlossenheit Hindernisse überwinden kann, doch sein staatenloser Status begrenzt weiterhin seine Chancen. Die IAB-Studie unterstreicht darüber hinaus allgemeine Trends: Während viele männliche Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert sind, bestehen weiterhin Lücken für Frauen und solche, die mit rechtlichen Unsicherheiten kämpfen. Sein Unternehmen floriert, doch strukturelle Herausforderungen bleiben für andere in ähnlichen Situationen bestehen.