19 April 2026, 12:25

Verteidigungsministerium blockiert Chat-Protokolle mit Rüstungsfirmen – was wird verheimlicht?

Offenes Buch mit dem Titel "Der Bericht des Geheimhaltungskomitees, ernannt durch Beschluss des Parlaments"

Verteidigungsministerium blockiert Chat-Protokolle mit Rüstungsfirmen – was wird verheimlicht?

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verweigert die Herausgabe von Chat-Protokollen zwischen seinen Beamten und Führungskräften der Rüstungsindustrie. Die Entscheidung folgt auf eine Informationsfreiheitsanfrage des investigativen Rechercheportals CORRECTIV. Das Ministerium begründete die Geheimhaltung mit Risiken für die militärische Sicherheit.

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Die Weigerung erfolgt vor dem Hintergrund einer verstärkten Prüfung der deutschen Militärerweiterung und Beschaffungspraktiken. Untersuchungen haben mehr als 40 Verträge ohne Ausschreibungsverfahren mit einem Volumen von über 64 Milliarden Euro aufgedeckt, darunter Abkommen mit den Start-ups Helsing und Stark über Kampfdrohnen. Zudem hat die Regierung die Regeln für Direktvergaben gelockert, sodass das Verteidigungsministerium Wettbewerbsverfahren umgehen kann.

CORRECTIV hat inzwischen Widerspruch eingelegt und fordert eine teilweise Offenlegung. Das Ministerium verteidigte seine Haltung mit dem Argument, die Veröffentlichung der Chats könnte Fähigkeiten, Strategien und laufende Beschaffungsprojekte der Bundeswehr preisgeben.

In einem separaten Schritt nahm die Bundesregierung die Verteidigungsausgaben für 2025 von der Schuldenbremse aus. Dieser Schritt soll die Beschaffung von Waffen beschleunigen. Rheinmetall könnte nun überraschend den Zuschlag für die Lieferung von Drohnen erhalten – zum Nachteil von Mitbewerbern wie Helsing und Stark. Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird im April über den Deal abstimmen.

Die Weigerung des Ministeriums lässt zentrale Details der Beschaffungsgespräche im Dunkeln. Die Entscheidung unterstreicht die Spannung zwischen Transparenzforderungen und militärischer Geheimhaltung. Der Ausgang des Widerspruchs von CORRECTIV und die Abstimmung über den Rheinmetall-Vertrag werden die künftige Kontrolle von Rüstungsgeschäften prägen.

Quelle