Verbraucherzentrale Hessen kämpft mit Protest gegen drohende Schließungen von Beratungsstellen
Brunhilde JesselVerbraucherzentrale Hessen kämpft mit Protest gegen drohende Schließungen von Beratungsstellen
Verbraucherzentrale Hessen ruft zu einer öffentlichen Kundgebung gegen die geplanten Haushaltskürzungen auf. Die Demonstration findet am Dienstag, dem 3. Februar 2026, statt – zu einem Zeitpunkt, an dem der Organisation eine Kürzung der Mittel in Höhe von 600.000 Euro droht. Behörden warnen, dass dies zur Schließung von drei wichtigen Beratungsstellen führen und das Angebot in der gesamten Region einschränken könnte.
Die Kundgebung beginnt um 11 Uhr am Wiesbadener Beratungszentrum und endet um 14 Uhr auf dem Dern'schen Gelände. Die Veranstalter rufen die Bürgerinnen und Bürger auf, sich dem Marsch anzuschließen, ihre Sorgen zu äußern und sich an lokale Politiker zu wenden. Die Verbraucherzentrale betont, dass die unabhängige Verbraucherberatung in Gefahr sei.
Aktuell unterhält die Verbraucherzentrale Hessen sieben Beratungsstellen. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, müssten die Standorte in Darmstadt, Gießen und Wiesbaden schließen. Auch an den verbleibenden Orten würden die Öffnungszeiten reduziert.
Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Verbraucherzentrale ist aufgrund steigender Energiekosten und Inflation stark angestiegen. Mitarbeiter warnen, dass Online-Beratung persönliche Gespräche nicht vollständig ersetzen könne – insbesondere dann nicht, wenn es um die Existenzgrundlage der Menschen gehe. Mit der Demonstration soll die Bedeutung von persönlicher Unterstützung und Verbraucherschutz unterstrichen werden.
Die Kürzung von 600.000 Euro entspricht etwa einem Sechstel des aktuellen Haushalts der Verbraucherzentrale. Ohne ausreichende Finanzierung hätten weniger Bürgerinnen und Bürger Zugang zu fachkundiger Beratung in finanziellen und rechtlichen Fragen. Der Ausgang der Proteste könnte entscheiden, ob die betroffenen Standorte offen bleiben.