TINA-Straßenbahnen in Darmstadt verursachen weiterhin starke Vibrationen trotz Nachbesserungen
Carina KrauseTINA-Straßenbahnen in Darmstadt verursachen weiterhin starke Vibrationen trotz Nachbesserungen
Darmstädter Anwohner leiden unter stärkeren Vibrationen seit Einführung der neuen TINA-Straßenbahnen
In einigen Teilen Darmstadt sind die Vibrationen seit der Inbetriebnahme der neuen TINA-Straßenbahnen spürbar lauter geworden. Obwohl Tests und Anpassungen vorgenommen wurden, bleibt eine Lösung des Problems weiterhin aus. Der Verkehrsbetreiber HEAG mobilo und der Hersteller Stadler konzentrieren sich nun auf Verbesserungen direkt an den Fahrzeugen, um die Probleme in den Griff zu bekommen.
Die Vibrationen traten erstmals auf, als die TINA-Bahnen ihren Betrieb aufnahmen. Als Reaktion darauf testete HEAG mobilo verringerte Geschwindigkeiten in der Nacht und drosselte sie auf einer Strecke in Arheilgen von 40 km/h auf 30 km/h. Doch der Versuch zeigte weder eine spürbare Reduzierung des Lärms noch der Erschütterungen.
Ein unabhängiger Gutachter analysierte die Situation im Anschluss. Die Ergebnisse fielen gemischt aus: In einer Richtung nahmen die Vibrationen leicht ab, in der anderen jedoch zu. Überraschenderweise führten höhere Geschwindigkeiten mitunter sogar zu geringeren Erschütterungswerten.
Stadler, der Hersteller der Straßenbahnen, hat inzwischen Gegenmaßnahmen ergriffen. Die TINA-Flotte wurde mit zusätzlichen Dämpfern nachgerüstet, die Radprofile angepasst und die Bremssysteme modifiziert. Ein im August 2025 präsentiertes, überarbeitetes Modell wies Geräuschpegel auf, die mit denen der älteren BLT-Tango-Bahnen vergleichbar waren. Großflächige Infrastrukturänderungen wurden jedoch als undurchführbar verworfen.
Johannes Gregor, Geschäftsführer von HEAG mobilo, räumte ein, dass Geschwindigkeitsanpassungen allein an ihre Grenzen stoßen. Er betonte, dass weitere Fortschritte nun von Verbesserungen an den Bahnen selbst abhängen.
Trotz mehrfacher Tests und Modifikationen sorgen die TINA-Straßenbahnen bei einigen Darmstädter Anwohnern weiterhin für Beeinträchtigungen. Da Geschwindigkeitsreduzierungen wirkungslos blieben, liegt der Fokus nun auf den laufenden Fahrzeugoptimierungen von Stadler. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob sich die Vibrationen ohne große Infrastrukturmaßnahmen eindämmen lassen.