Stuttgart 21: Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden Euro – Fertigstellung ungewiss
Brunhilde JesselStuttgart 21: Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden Euro – Fertigstellung ungewiss
Die Deutsche Bahn hat die geschätzten Kosten für Stuttgart 21 auf 14,5 Milliarden Euro erhöht. Das Projekt, das 2010 begann, sollte ursprünglich 4,5 Milliarden Euro kosten. Kernstück ist ein neuer unterirdischer Bahnhof, der den bestehenden Kopfbahnhof ersetzen soll.
Die Bauarbeiten starteten 2010 mit einem deutlich geringeren Budget. Bereits 2011 wuchs die Opposition gegen das Vorhaben, und die Grünen wurden bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zweitstärkste Kraft. Im selben Jahr kam es bei den Abrissarbeiten des alten Bahnhofs zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen über 100 Menschen verletzt wurden.
Das Projekt ist von anhaltenden Rückschlägen geprägt. Mehr als 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden fehlerhaft verlegt und müssen nun ausgetauscht werden. Kritiker verweisen zudem auf gravierende Mängel beim Brandschutz und zahlreiche technische Planungsfehler.
Die Inbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs wurde inzwischen auf 2031 verschoben. DB-Chefin Evelyn Palla führte die Verzögerung auf Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Verkehrsknotenpunkts zurück. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir forderte daraufhin klarere Zeitpläne und verlässliche Fertigstellungsdaten.
Die überarbeiteten Kosten belaufen sich nun auf 14,5 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache der ursprünglichen Schätzung. Der Fertigstellungstermin bleibt ungewiss, da technische und sicherheitsrelevante Probleme weiterhin ungelöst sind. Die Verantwortlichen stehen weiterhin unter Druck, für mehr Transparenz und Fortschritte zu sorgen.
