24 May 2026, 22:22

Steuerstreit spaltet CDU: Kretschmer fordert höhere Abgaben für Reiche – Merz blockt

Kretschmer zeigt sich aufgeschlossen für höhere Steuern

Steuerstreit spaltet CDU: Kretschmer fordert höhere Abgaben für Reiche – Merz blockt

Die Debatten über Steuerreformen und Sozialpolitik verschärfen sich, während die deutsche Koalitionsregierung vor den anstehenden Landtagswahlen unter Druck gerät. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich überraschend offen für höhere Steuern auf Erbschaften und Spitzenverdiener gezeigt – und sich damit von Bundeskanzler Friedrich Merz distanziert, der solche Maßnahmen ablehnt. Gleichzeitig fordert Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) Steuersenkungen für Gering- und Mittelverdiener, indem die Last stärker auf wohlhabendere Bürger verlagert wird.

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Kretschmer argumentiert, dass finanziell besser Gestellte mehr beitragen müssten, und betont: „Wer breitere Schultern hat, muss auch mehr tragen als diejenigen mit schwächeren.“ Seine Haltung steht damit im deutlichen Kontrast zu Merz, der Steuererhöhungen für Topverdiener kategorisch ablehnt. Der CDU-Vorsitzende kritisierte zudem die Pläne der Regierung zur Gesundheitsreform als „zersplittert“ und ohne klare Strategie.

CDU und SPD erwägen nun, die geplanten Renten- und Gesundheitsreformen bis nach den bevorstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verschieben. Kretschmer pocht wiederholt auf einen „schlüssigen Gesamtplan“, bevor politische Änderungen den Wählern präsentiert werden. Pauschale Kürzungen bei Subventionen, um Steuersenkungen zu finanzieren, lehnte er als „Rasenmäher-Methode“ ab, die die eigentlichen Probleme nicht löse.

In den breiter angelegten Koalitionsgesprächen wirbt Kretschmer für eine „umfassende Strategie“, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den kommenden zehn Jahren zu sichern. Die Rentenkommission der Regierung wird voraussichtlich mehrere Reformvorschläge vorlegen – darunter die umstrittene Idee, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben.

Klingbeil hingegen bleibt darauf fokussiert, die Steuerlast für Geringverdiener zu verringern. Sein Plan setzt darauf, die Beiträge der Vermögendsten zu erhöhen – eine Linie, die zwar Kretschmers jüngsten Äußerungen entspricht, aber auf Merz’ entschiedenen Widerstand stößt.

Der Dissens zwischen Kretschmer und Merz offenbart die Spaltungen innerhalb der CDU in der Finanzpolitik. Angesichts der nahenden Landtagswahlen zeichnen sich Verzögerungen bei den Renten- und Gesundheitsreformen ab. Die Vorschläge der Rentenkommission, darunter ein mögliches Renteneintrittsalter von 70 Jahren, werden nun noch genauer geprüft, während die Parteien nach einer gemeinsamen Linie suchen.

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